Kolumne LiebesLeben

Zu viel des Guten: Warum man auch mal übertreiben darf

Das ist kein Aufruf zum übermäßigen Genuss, sondern ein Plädoyer dafür, nicht immer die Kontrolle über alles behalten zu müssen.
Sandra Kartik
22.07.2026, 06:00
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Das gesunde Mittelmaß zu finden, ist ein hehres Ziel, wenn es um Genuss geht. Essen, Alkohol, Erotik und auch Liebe – aufzuhören, wenn es sich gerade gut anfühlt, erfordert enorme Selbstberrschung. Wie viel ist genug?

Der eigene Körper ist meist ein verlässlicher Gradmesser. Hat man es übertrieben, melden sich Magen, Kopf, Herz und andere betroffene Areale ohnehin. Sie schmerzen oder erinnern zumindest mahnend daran, dass man Grenzen überschritten hat. Aber genau das wollte man in diesem Moment. Unvernünftig sein, nicht an morgen denken, kein schlechtes Gewissen haben, ein bisschen Kontrollverlust. Sorgen vergessen, nur kurz. Danach ist man wieder verantwortungsvoll, Sport, früher ins Bett, auf die Familie und Arbeit konzentrieren. Zurück in die Routine finden.

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Man ist wieder brav, funktioniert, hat sein Leben scheinbar doch sehr gut im Griff. Es ist nichts passiert, bitte weitergehen. So schön friedlich alles, aber vielleicht auch ein bisschen fad, ohne Höhen und Tiefen. Bis es wieder Zeit wird, Grenzen verschwimmen zu lassen. Die klassische Wiener Wurstverkäufer-Frage "Darf’s ein bisscherl mehr sein?" muss manchmal mit einem ganz klaren Ja beantwortet werden. Aber eben nicht immer.

{title && {title} } sk, {title && {title} } 22.07.2026, 06:00