Nadine hat bereits mitbekommen, dass einige Wiener Haushalte in den letzten Wochen unerfreuliche Post von der Stadt Wien erhalten haben. Darin wurden diese aufgefordert, den Wohnbonus vom Vorjahr wieder zurückzubezahlen. Nun hat es auch die 29-Jährige erwischt – sie kann es nicht fassen.
"Ich habe diese Förderung im guten Glauben erhalten und mich sehr darüber gefreut! Das letzte Jahr war für mich generell sehr herausfordernd", erzählte die Wienerin im "Heute"-Gespräch. Sie musste aufgrund schwieriger Lebensumstände eine neue Wohnung beziehen. Das war laut der Dame mit hohen Kosten verbunden.
Auch beruflich befand sich Nadine im Dauerstress. Neben einer Vollzeitstelle schloss sie gleichzeitig ihr Masterstudium ab: "Man arbeitet für den österreichischen Staat, zahlt Steuern und macht zusätzlich auch noch Ausbildungen und dann 'verdient man zu viel' und muss das auch noch zurückzahlen!" Dafür fehlt ihr jegliches Verständnis.
Laut der Stadt Wien war das Ziel aller Bonus-Leistungen (insgesamt drei) eine rasche Soforthilfe zu ermöglichen, was auch gelungen ist. Je nach Zeitpunkt, an dem das Ansuchen gestellt wurde, vergingen zwischen Ansuchen und Einlangen am Konto im Durchschnitt drei bis vier Tage: "Diese Leistung erreichte im Schnitt zwei Drittel aller Wiener Haushalte, was ebenso eine Riesenleistung der Verwaltung ist."
Hinter der raschen Auszahlung steckt allerdings ein System: "Das Tempo konnte nur dadurch sichergestellt werden, indem die Personen die Angaben selbst gemacht haben und wir ihnen anfänglich einen Vertrauensvorschuss auf die Richtigkeit der Angaben gegeben haben."
Hilfe unter dieser Nummer:
Falls sich jemand wirklich unfair behandelt fühlt, verweist die Stadt Wien auf folgende Telefonnummer. Die Mitarbeiter auf der anderen Leitung sind speziell auf dieses Thema geschult: +43 1 4000 8040
Um vorab unnötige Missverständnisse zu vermeiden, wurde laut der Stadt Wien ein eigener Einkommensrechner programmiert, bei dem man selbst alle Angaben testweise machen konnte. Von den insgesamt 1.926.000 Ansuchen haben 600.000 davon tatsächlich den Einkommensrechner benutzt.