Wie knapp kommen Autos Radfahrern wirklich? Die Radlobby St. Pölten will es genau wissen und schickt dafür drei spezielle Abstandssensoren auf die Straße. Für das Projekt werden jetzt freiwillige Tester gesucht.
1,5 Meter im Ortsgebiet, zwei Meter außerhalb: So viel Abstand müssen Autofahrer beim Überholen von Radfahrern grundsätzlich einhalten. Doch im Alltag wird es laut Radlobby St. Pölten für Radler immer wieder deutlich enger. Die Radlobby will nun herausfinden, wo besonders häufig zu knapp überholt wird.
Dafür sind ab sofort drei sogenannte OpenBikeSensoren in St. Pölten und Umgebung im Einsatz. Die kleinen Messgeräte werden am Fahrrad angebracht und zeichnen während der Fahrt die Abstände vorbeifahrender Fahrzeuge auf. Das Projekt soll bis etwa Dezember 2026 laufen.
Die gesammelten Überholvorgänge werden anschließend ausgewertet. Damit soll nicht nur sichtbar werden, wie häufig Autofahrer den vorgeschriebenen Sicherheitsabstand unterschreiten. Die Daten sollen auch dabei helfen, konkrete Gefahrenstellen im Straßennetz zu identifizieren.
Die Radlobby sieht darin eine wichtige Grundlage für die unfallpräventive Verkehrsplanung. Veröffentlicht werden die Messungen für St. Pölten über das österreichweite OpenBikeSensor-Datenportal "1meter50.at". Dort können die erfassten Überholabstände auf einer Karte nachvollzogen werden.
Damit möglichst viele Straßen und unterschiedliche Routen erfasst werden, sucht die Radlobby jetzt freiwillige Testpersonen aus St. Pölten und Umgebung.
Interessierte Radfahrer können einen der Sensoren für etwa zwei Wochen ausleihen und bei ihren alltäglichen Fahrten Daten sammeln. Damit können auch Pendler und Freizeitradler einen Beitrag dazu leisten, problematische Straßenabschnitte aufzuspüren.