Dramatische Szenen in der Nacht auf Samstag beim Neustifter Kirtag in Wien-Döbling: Ein Taxilenker soll einen Mitarbeiter der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) mit seinem Fahrzeug bis zu 300 Meter weit auf der Motorhaube mitgeschleift haben. Zuvor hatte der Fahrer einen Fahrgast über eine App zum Kirtag gebracht.
Die Vorgeschichte: Der Kontrolleur der Taxiinnung beanstandete vermutlich den Taxilenkerausweis des Fahrers. Dieser müsse sichtbar im Fahrzeug angebracht sein. Der Mann habe sich dann, Augenzeugen zufolge, auf der linken Seite des Autos in Richtung Gehsteig bewegt. Plötzlich sei der Taxler voll auf das Gaspedal gestiegen.
Durch das Manöver stürzte der Kontrolleur auf die Motorhaube. Anstatt stehenzubleiben, soll der Taxilenker eiskalt weitergefahren sein. Der WKO-Mitarbeiter musste sich festhalten, um nicht auf die Fahrbahn geschleudert zu werden oder gar und die Räder zu kommen. Der Chauffeur versuchte offensichtlich zu flüchten. Doch weit kam er nicht.
Zeugen schlugen Alarm, anwesende Polizeibeamte reagierten rasch. "Aufgrund der unmittelbaren Gefahr für den Mann forderten die Polizisten den Lenker unter Vorhalten ihrer Dienstpistole zum sofortigen Anhalten auf", so Polizeisprecherin Julia Schick gegenüber "Heute".
Der Chauffeur stieg schließlich mit erhobenen Händen aus seinem Toyota. Die Polizisten legten ihm Handschellen an und führten ihn ab. "Der 31-jährige syrische Staatsangehörige wurde wegen des Verdachts der absichtlich schweren Körperverletzung vorläufig festgenommen", so Schick weiter.
Warum der Mann derart drastisch reagiert haben soll, ist noch Gegenstand der Ermittlungen. Nach Angaben von Augenzeugen soll der Fahrer zum Zeitpunkt des Vorfalls über keinen gültigen Taxilenkerausweis verfügt haben. Es steht daher die Vermutung im Raum, dass er der drohenden Kontrolle entgehen wollte.
Der 47-jährige WKO-Mitarbeiter wurde bei dem Vorfall glücklicherweise nur leicht verletzt. Er wurde von der Rettung medizinisch versorgt und auf eigenen Wunsch in häusliche Pflege entlassen.