Die Erziehungsberechtigten von oberösterreichischen Taferlklasslern fielen aus allen Wolken: Am Dienstagabend und damit nur wenige Stunden vor Unterrichtsbeginn erhielten sie eine überraschende Messenger-Nachricht. Der Inhalt: Die Schülerinnen und Schüler seien schon eine Stunde früher abzuholen.
Von der Vorverlegung des Schulschlusses war nicht nur der Mittwoch betroffen. Auch für Donnerstag und Freitag mussten sich die Eltern schleunigst etwas überlegen.
Die Schule machte in der Info einerseits den "anhaltenden Lehrermangel" und dazu "Krankenstände einiger Lehrkräfte" für die Absage verantwortlich.
"Dass sich der Lehrermangel immer weiter zuspitzt, ist kein Geheimnis", reagiert der geschäftsführende oberösterreichische SP-Chef Michael Lindner auf den Vorfall. Bei der Bildungsdirektion seien derzeit 195 offene Lehrstellen ausgeschrieben.
Lindner verweist darauf, dass im vergangenen Schuljahr bereits 574 Lehramtsstudierende in Oberösterreich unterrichtet hätten. Das könne keine dauerhafte Lösung sein. Der Parteivorsitzende ortet "ein gefährliches Spiel auf Kosten der Schulkinder".
Zum Schulstart hatten fehlende Laptops für Unmut gesorgt: Rund 37.000 der insgesamt 150.000 zugesagten Geräte waren nicht rechtzeitig geliefert worden.
Das neu eingeführte Fach "Digitale Grundbildung" in der ersten und zweiten Klasse Mittelschule und AHS musste teilweise ohne Notebooks unterrichtet werden.