Ukraine

"Zu wenig Männer" – Total-Eskalation Putins möglich

Experte Franz-Stefan Gady sagt, dass Russland zu wenige Soldaten in der Ukraine habe, um große Städte einzunehmen. Und, warum das gefährlich ist.
Rene Findenig
05.03.2022, 22:31

Der Politologe vom Institute for International Strategic Studies, Franz-Stefan Gady, hielt am Samstagabend in einer ORF-"ZiB 2 Spezial" eine Patt-Situation zwischen der Ukraine und Russland im Krieg für möglich. Die "Russen haben nicht genug Männer, nicht genug Soldaten in der Ukraine", um große Städte wie Kiew im Häuserkampf einzunehmen, so Gady. Rund 190.000 Truppen habe Moskau für die gesamte Ukraine entsandt, im Vergleich dazu waren es 1,5 Millionen im Jahr 1945 beim Antritt der Sowjetunion zum Angriff auf Berlin, "nur für diese einzige Stadt", so Gady.

"Faktisch unmöglich"

Es sei "faktisch unmöglich", dass die russischen Streitkräfte ukrainische Großstädte einnehmen könnten, so Gady. Das sei aber auch gefährlich, denn der russische Präsident Wladimir Putin könne deswegen noch mehr, "massiver, massiver" eskalieren, als er das bisher getan habe. Schon jetzt würden die russischen Truppen "die Bevölkerung terrorisieren mit Luftangriffen und Bombardements", so der Experte. Putin habe gezeigt, dass er gewillt ist, zivile Ziele anzugreifen.

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Auch das Streben nach humanitären Korridoren für Flüchtende habe nichts mit humanitären Gründen zu tun, so Gady. Die Korridore sollten Menschen aus ihren Häusern vertreiben und den Verteidigungswillen der Ukrainer brechen, denn im Häuserkampf seien die Städte nicht zu gewinnen, so Gady. Generell gebe es "enorme zivile Verluste in diesem Krieg", viele davon aus Absicht, andere, weil Russland nicht über Präzisionsmunition wie westliche Streitkräfte verfügen würde.

"Massiv, massiv eskalieren"

Absicht sei es aber wahrscheinlich auch, wenn man mit konventioneller Artillerie, Raketen und Luftkräften auf zivile Areale von Städten ziele, so Gady. Putin habe sich nicht zurückgehalten mit Bombardements ziviler Einrichtungen, das sei "absolut inakzeptabel". Auf was es jetzt hinauslaufe? Russische Streitkräfte müssten sich neu formieren, weil der ukrainische Verteidigungswille sei sehr stark, so Gady. Es könne entweder auf eine Patt-Situation oder darauf hinauslaufen, dass Putin den Krieg "massiv, massiv eskaliert". Das würde noch mehr Feuerkraft bedeuten, um die Bevölkerung zu terrorisieren, so Gady.

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