Kreative Rettung der Finanzen. Die Minoritenkirche in Bruck an der Mur (Steiermark) hat Großes vor: Das Dach muss repariert werden. Durch die Löcher tritt nicht nur Sonnenlicht, sondern auch Wasser ein.
Das teure Vorhaben wird einerseits durch Spenden finanziert. Und dann gibt es auch noch das Kirchenbier, das man hier seit etwa einem Jahr verkauft. Das Motto: "Wir wollen dicht werden!"
Genaue Zahlen zum Verkauf will man zwar nicht nennen, Pfarrer Clemens Grill verrät aber, dass man zwischen 7.000 und 8.000 Flaschen unter die Leute bringen konnte, berichtet die Kleine Zeitung, "da ist aber natürlich noch Luft nach oben."
Eine Möglichkeit dafür bietet sich schon bald am Josefitag (19. März), den man bei der Minoritenkirche groß feiern wird. Am Feiertag des Schutzpatrons für die Zimmerer und Tischler soll mit der symbolischen Verlegung eines Dachziegels der formelle Startschuss für die Dachsanierung fallen. Die Pläne dafür wurden nun von der Diözese und dem Bundesdenkmalamt genehmigt.
Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 340.000 Euro. Finanziert werden diese unter anderem vom Land Steiermark und durch ein zinsenloses Darlehen der Diözese Graz-Seckau.
"Zuerst wird das gesamte Ziegelmaterial abgeräumt, dann müssen sämtliche Dachlatten erneuert werden, weil die Abstände zwischen den Sparren weit über der Norm liegen", erklärt Werner Hilber. Er setzt sich als Teil des Kuratoriums für den Erhalt der Brucker Minoritenkirche seit fast 20 Jahren für deren Erhalt und Renovierung ein.
Im Anschluss werden Rundziegel in zwei verschiedenen Längen am Dach verlegt. "Das bedeutet einen wesentlichen Mehraufwand für die Dachdecker", betont Hilber. Zusätzlich werden neue Dachrinnen montiert und die Dachwasserableitung angepasst. Um all diese Arbeiten durchzuführen, wird unter anderem ein großer Kran am Minoritenplatz aufgestellt.
"Ich rechne damit, dass die Dachdeckerarbeiten bis Mai abgeschlossen sein werden", so Hilber in der Kleinen Zeitung.
Heilige Messen finden in dieser Zeit weiterhin normal statt, hält Grill fest. Auch am 19. März wird um 18 Uhr nach dem offiziellen Festakt ein Gottesdienst gefeiert. Dabei will man sich bei den vielen Spendern bedanken und für den guten Verlauf der Dachsanierung bitten.