Nach Gerichtsanordnung

Millionenpleite – Berühmter Winzer muss nun schließen

Ein Gericht hat die Schließung der Domaines Kilger angeordnet. Hotels, Gastro-Betriebe und Weingüter stehen vor einer ungewissen Zukunft.
Österreich Heute
05.03.2026, 12:55
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An der südsteirischen Weinstraße sorgte kaum ein Investor in den vergangenen Jahren für so viel Aufsehen wie der bayerische Wirtschaftstreuhänder Hans Kilger. Jetzt endet sein steirisches Gastro- und Weinimperium vorerst im Konkurs: Das Gericht hat die Schließung der zentralen Gesellschaft verfügt.

Gericht will Schließung

Über das Vermögen der Domaines Kilger GmbH & Co KG war bereits am 23. Februar am Landesgericht für Zivilrechtssachen Graz ein Konkursverfahren eröffnet worden – ausgelöst durch einen Gläubigerantrag. Insolvenzverwalter sind Pacher & Partner Rechtsanwälte in Graz.

Nun kam es zur nächsten einschneidenden Entscheidung: Auf Antrag des Masseverwalters ordnete das Gericht die Schließung des Unternehmens an.

"Das wird an den Beteiligungen des Unternehmens nicht spurlos vorübergehen", erklärt Markus Graf vom Gläubigerschutzverband AKV in der "Kleinen Zeitung".

Luxus-Hotels und Buschenschänken betroffen

Die Domaines Kilger mit Sitz in Gamlitz ist an zahlreichen Betrieben beteiligt. Dazu zählen unter anderem die Ehrenhausen Hotel Entwicklungs- und Errichtungs-GmbH, die Schloss Gamlitz Betriebs-GmbH, die Wein GmbH, die Ölmühlen GmbH, die Adhara Wine & Food GmbH oder die Plabutscher Schlössl GmbH.

Auch die Kilger Holding GmbH gehört dazu. Unter deren Dach befindet sich wiederum die Kilger Gastro GmbH – mit bekannten Betrieben wie der Kaminstubn, dem Stupperhof in Kitzeck und dem Jaglhof in Gamlitz.

Wie es mit diesen Betrieben und ihren Beschäftigten weitergeht, ist derzeit offen.

Riesiger Schuldenberg

Die zuletzt verfügbaren Unternehmenszahlen zeigen eine dramatische finanzielle Lage.
2023 wies die Domaines Kilger einen negativen Bilanzgewinn von 3,37 Millionen Euro aus. Ein Jahr später verschlechterte sich das Ergebnis massiv: minus 26,67 Millionen Euro.

Auch das Eigenkapital ist mit minus 18,5 Millionen Euro deutlich negativ. Das ausgewiesene Fremdkapital lag Ende 2024 bei mehr als 82 Millionen Euro.

"Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Tagen mehrere Institutionen Fehlbeträge fällig stellen", sagt AKV-Experte Graf. Neben der ÖGK und der Finanz dürften weitere Gläubiger Forderungen anmelden.

Die erste Gläubigerversammlung ist für 12. März angesetzt, Forderungen können bis 9. April angemeldet werden.

Vom Investitionsboom zum Konkurs

Kilger hatte 2015 in Fötschach in der Gemeinde Leutschach an der Weinstraße die Domaines Kilger gegründet. Der Investor kaufte unter anderem den Traditionsbuschenschank Warga-Hack, den Jaglhof in Sernau und die Kaminstub’n in Deutschlandsberg.

Doch ab 2022 geriet das Firmengeflecht zunehmend unter Druck. Mehrere Insolvenzen sorgten bereits damals für Schlagzeilen. 2024 wurde das Unternehmen neu aufgestellt – danach wurde es ruhig.

Nach der Konkurseröffnung zeigte sich Kilger noch "überrascht" und erklärte: "Ich will versuchen, den Betrieb zu retten und zu sanieren."

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