Nach zuletzt immer wieder alarmierenden Fällen - mehr dazu hier und hier - im Pflegebereich wegen personellen Engpässen soll nun mit dem im Mai gestarteten Pilotprojekt eine Unterstützung für das Personal in den Landespflegezentren geschaffen werden.
„Zusätzliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflege sind eine Erleichterung für die gesamte Belegschaft. Daher haben wir das Pilotprojekt für zusätzliches Nachdienstpersonal bereits in mehreren Pflege- und Betreuungszentren, wie unter anderem in St. Pölten und Hainfeld gestartet. Bis Ende des Jahres sollen insgesamt 16 Pflegeeinrichtungen der NÖ LGA auf das neue Nachtdienstmodell umgestellt werden, mit Ende 2025 werden alle Standorte vom zusätzlichen Personal im Nachtdienst profitieren“, freut sich Landesrätin Christiane Teschl-Hofmeister (VP) über den Start des Pilotprojekts.
Nicht nur tagsüber fällt eine Vielzahl an Aufgaben an, abhängig von den unterschiedlichen Betreuungsschwerpunkten benötigen die Bewohnerinnen und Bewohner auch nachts entsprechende Zuwendung und Unterstützung. Dies stellt das im Nachtdienst reduzierte Team immer wieder vor Herausforderungen.
Konkret werden zusätzliche Pflegeassistentinnen und -assistenten aufgenommen, um insbesondere während des Nachtdienstes mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner einteilen zu können. So wurden beispielsweise im PBZ St. Pölten für den Nachtdienst drei Dienstposten geschaffen.
"Regelmäßige Evaluierungen zeigen Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge auf, die bei der Implementierung des Projektes in den weiteren Pflegezentren bereits einfließen sollen. Zudem werden verschiedene Varianten des Modells an den unterschiedlichen Standorten getestet. So kann die optimale Besetzung des Dienstrades identifiziert werden", heißt es seitens der NÖ Landesgesundheitsagentur.
Die Vorteile würden auf der Hand liegen: Die zusätzlichen Fachkräfte unterstützen einerseits die diensthabende Pflegefachassistenz und Pflegeassistenz. Gleichzeitig werden für die diplomierten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen und -pfleger mehr Handlungsspielräume geschaffen.
Zudem gewinne der Arbeitsplatz im Pflegezentrum durch die Aufteilung der Verantwortung und die besseren Arbeitsbedingungen deutlich an Attraktivität. „Ich merke, dass das Arbeitspensum gleichmäßiger verteilt ist als zuvor und die Belastung reduziert wurde. Außerdem ist unsere Reaktionszeit bei Bewohner-Rufen noch schneller geworden“, so die diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegerin Julia Bruckner, die sich über die Unterstützung ihrer neuen Kollegin Michelle Gugerel freut. Das Recruiting für weitere Pflegeassistentinnen und -assistenten ist bereits im Laufen.
Interesse? Die entsprechenden Stellenausschreibungen finden Sie im KarriereCenter der NÖ LGA unter: https://karriere.noe-lga.at