Im chilenischen Nationalpark Torres del Paine sind nach einem heftigen Schneesturm fünf Tote gefunden worden – darunter ein deutsches Paar, wie die "Bild"-Zeitung berichtet. Die Behörden bestätigten, dass neben den zwei Deutschen auch zwei Mexikaner sowie eine Britin ums Leben kamen. Vier weitere Personen konnten lebend gerettet werden.
Die Gruppe war auf dem bekannten Trekking-Abschnitt nahe dem Camp Los Perros unterwegs, mehrere Stunden Fußmarsch von der nächsten Straße entfernt. Ein plötzlicher Schneesturm mit Windgeschwindigkeiten von über 190 km/h sorgte für lebensgefährliche Whiteout-Bedingungen. Rettungsteams suchten die Vermissten stundenlang.
Ein Whiteout ist ein extremes Wetterphänomen, bei dem die Sicht fast vollständig verloren geht, was oft bei einem Schneesturm auftritt, aber auch durch Nebel und starken Schneefall verursacht werden kann. Es entsteht, wenn schneebedeckter Boden und ein vollständig bedeckter Himmel die visuelle Wahrnehmung von Horizont, Konturen und Schatten verschmelzen lassen, da das Licht diffus reflektiert wird. Dies kann zu Desorientierung und dem Verlust des Gleichgewichts führen, da sowohl die Unterscheidung von oben und unten als auch von nah und fern unmöglich wird.
Die Regierung arbeitet nach eigenen Angaben eng mit dem Militär zusammen, spezialisierte Einsatzkräfte wurden in die Region geschickt. Das betroffene Gebiet ist gesperrt. Der Nationalpark in Patagonien zählt zu den bekanntesten Wanderregionen Südamerikas. Trotz unberechenbarem Wetter besuchen ihn jährlich Hunderttausende Touristinnen und Touristen.