Niederösterreich

Zwei tote Kinder – Mutter (36) kommt in Anstalt

Die tatverdächtige Mutter (36) wird vorläufig in einem forensisch-therapeutischen Zentrum untergebracht, eine U-Haft ist somit nicht möglich.
Erich Wessely
25.07.2023, 19:17
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Fassungslosigkeit herrschte in der 2.400-Einwohner-Gemeinde Absdorf (Tulln) auch am Tag nach der Tötung von zwei kleinen Mädchen: „Der ganze Ort ist schockiert und betroffen. Es ist für mich unvorstellbar, was hier passiert ist und was die Kinder erleben mussten“, sprach Bewohnerin Hilde W. beim „Heute“-Lokalaugenschein am Dienstag vielen aus der Seele. Zum von der Polizei bewachten Tatort kamen immer wieder trauernde Menschen, Kerzen wurden vor dem Haus angezündet.

Psychiatrisches Gutachten

Die Staatsanwaltschaft St. Pölten beantragte einen Antrag auf vorläufige Unterbringung der Mutter (36) in einem forensisch-therapeutischen Zentrum, teilte Behördensprecher Leopold Bien „Heute“ mit. Das Landesgericht St. Pölten leistete dem Antrag am Dienstagnachmittag Folge, eine Verhängung der U-Haft ist somit rechtlich nicht möglich. Ein psychiatrisches Gutachten wird wahrscheinlich in Kürze in Auftrag gegeben, es soll die Zurechnungsfähigkeit klären.

Kinder in Pool ertränkt

Wie berichtet, sollen die zwei Kinder (sieben Monate und sieben Jahre alt) im Pool ertränkt worden sein. Die schrecklichen Szenen wurden offenbar von der Überwachungskamera eingefangen. Die Verdächtige soll nach der Tat in Suizidabsicht mit einem Kleinwagen gegen einen Baum gerast sein, sie landete verletzt im Spital und wurde festgenommen. Die 36-Jährige zeigte sich geständig, sprach von einer „psychischen Ausnahmesituation“. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Rätsel um Motiv

Rätsel gibt weiter das Motiv auf: Der selbstständigen Logopädin dürften Zukunftsängste und Geldsorgen um das vor wenigen Jahren neu gebaute Haus und die Praxis geplagt haben.

Suizidgedanken? Holen Sie sich Hilfe, es gibt sie.

In der Regel berichten wir nicht über Selbsttötungen - außer, Suizide erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit.

Wenn Sie unter Selbstmord-Gedanken, oder Depressionen leiden, dann kontaktieren Sie die Telefonseelsorge unter der Nummer 142
täglich 0-24 Uhr

Vertreten wird die Verdächtige von Anwältin Astrid Wagner: „Sie war psychisch beeinträchtigt, es gibt eine längere Vorgeschichte und sie war deshalb auch in Behandlung.“

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