Geräte-Trend

29. Januar 2019 11:52; Akt: 29.01.2019 14:49 Print

GIS-freie TVs so beliebt, dass die Regale leer sind

Bereits drei Anbieter verkaufen in Österreich TV-Geräte, für die die Kunden keine Rundfunkgebühr zahlen müssen. Doch wie gut kommen die Geräte an?

Bildstrecke im Grossformat »
Es gibt in Österreich GIS-Zahler, die beinahe 321 Euro im Jahr für das TV-Programm ausgeben, ohne eine Minute ORF zu sehen - oder technisch überhaupt sehen zu können. Mittlerweile gibt es allerdings drei Unternehmen in Österreich, die dieses Problem aufgegriffen haben und eine Lösung anbieten wollen. Kagis, Nogis und Pop-Tech bieten TV-Geräte an, für die keine GIS-Gebühr fällig wird. Alle drei Unternehmen bieten TVs ohne Tuner an, die entsprechend nicht empfangsbereit und damit technisch gesehen Monitore sind. Über sie kann trotzdem das herkömmliche Fernsehprogramm per Apps, TVtheken und zusätzlich das Angebot von Streaminganbietern konsumiert werden. Um die Geräte selbst ist mittlerweile ein regelrechter Hype in Österreich entstanden. So groß, dass das Sortiment aller drei Anbieter zwischenzeitlich zumindest zum Teil leergekauft war. 186 Minuten schauen die rund 4,9 Millionen fernsehenden Österreicher im Schnitt pro Tag fern. So steht in rund 3,8 Millionen heimischen Haushalten zumindest ein TV-Gerät, mehr als 3,4 Millionen Haushalte zahlen dabei die Rundfunkgebühr GIS, so die aktuellen Statistiken. Die GIS ist eines der seit Monaten am stärksten polarisierenden Themen in Österreich - Abschaffung, Neudefinition, Pflichtabgabe, jede Menge Alternativen werden politisiert und diskutiert. Neben immer mehr Privaten interessieren sich auch vermehrt gewerbliche Kunden wie Lokale und Firmen für die GIS-freien Geräte. Mehr als 3.000 Stück GIS-freie Fernseher konnte man bei Nogis an den Österreicher bringen. "Monatlich schwankten die Verkäufe zwischen 150 und 600 Stück, was daran lag, dass nicht immer alle Modelle verfügbar waren", sagt Andreas Hackl. "Wir hatten von Mai bis Dezember einen Zuwachs im dreistelligen Prozentbereich", so Andrei Pop von Pop-Tech. Bis zu 80 Geräte pro Monat wurden im Vorjahr verkauft, gegen Jahresende hin mit steigendem Trend. Auch beim Dritten im GIS-freien Bunde, Kagis, war man zwischenzeitlich ausverkauft. Topmodell ist hier ebenfalls der 55-Zöller, von dem 150 Stück verkauft wurden und für den täglich neue Anfragen dazukommen. Weitere 150 Geräte wurden von den kleineren Modellen abgesetzt.

Zum Thema
Fehler gesehen?

Es gibt in Österreich GIS-Zahler, die beinahe 321 Euro im Jahr für das TV-Programm ausgeben, ohne eine Minute ORF zu sehen – oder technisch überhaupt sehen können. Mittlerweile gibt es allerdings drei Unternehmen in Österreich, die dieses Problem aufgegriffen haben und eine Lösung anbieten wollen. Kagis, Nogis und Pop-Tech bieten TV-Geräte an, für die keine GIS-Gebühr fällig wird.

Umfrage
Zahlen Sie GIS-Gebühren?

Alle drei Unternehmen bieten TVs ohne Tuner an, die entsprechend nicht empfangsbereit und damit technisch gesehen Monitore sind. Über sie kann trotzdem das herkömmliche Fernsehprogramm per Apps, TVtheken und zusätzlich das Angebot von Streaminganbietern konsumiert werden.

Riesenansturm auf Geräte

Um die Geräte selbst ist mittlerweile ein regelrechter Hype in Österreich entstanden. So groß, dass das Sortiment aller drei Anbieter zwischenzeitlich zumindest zum Teil leergekauft war. Mehr als 3.000 Stück GIS-freie Fernseher konnte man bei Nogis an die Österreicher bringen. "Monatlich schwankten die Verkäufe zwischen 150 und 600 Stück, was daran lag, dass nicht immer alle Modelle verfügbar waren", sagt Andreas Hackl von Nogis. Auch hier sieht man einen stark steigenden Trend, der dafür sorgt, dass auch gewerbliche Kunden die Geräte nutzen, etwa in Firmen und Lokalen.

"Wir sind sehr stolz darauf, schon etliche Kunden zu haben, die mehr als einen 'Nogis' zu Hause beziehungsweise im Betrieb haben", so Hackl. Die ersten Geräte verkaufte Nogis bereits im September 2017. Das beliebteste Produkt der Kunden bei Nogis sei das 55 Zoll große Modell, daneben bietet das Unternehmen noch 32, 43 und 65 Zoll große Geräte an. Die Preise reichen dabei von 329 bis 899 Euro.

Stark steigender Trend

"Wir hatten von Mai bis Dezember einen Zuwachs im dreistelligen Prozentbereich", so Andrei Pop von Pop-Tech, das seit Mai 2018 GIS-freie Geräte anbietet. Bis zu 80 Geräte pro Monat wurden seither verkauft, gegen Jahresende hin mit steigendem Trend. Die Geräte von 43 bis 65 Zoll kosten zwischen 499 und 999 Euro.

"Von der Beliebtheit der Geräte gibt es klar zwei Modelle, welche am meisten verkauft wurden", so Pop. Das seien die 50 und 65 Zoll großen Geräte, wobei der 50-Zöller zu Jahresende so beliebt war, dass "uns die Kunden alle Model 50, welche wir auf Lager hatten, abgekauft haben und wir kurzfristig Lieferengpässe hatten". Als Grund für den Hype sieht Pop nicht nur die GIS, sondern auch eine Änderung der Fernsehgewohnheiten weg vom klassischen Fernsehen und hin zum Streaming.

Fernsehen ohne GIS? Wir zeigen, wie es geht!
Fernsehen ohne GIS? Wir zeigen, wie es geht!

Rund 10 GIS-freie Geräte pro Tag

Auch beim Dritten im GIS-freien Bunde, Kagis, war man zwischenzeitlich ausverkauft. Der neueste Anbieter hat bisher 43, 49 und 55 Zoll große Geräte im Sortiment, die Preise reichen von 299,98 bis zu 599,98 Euro. "Wir sind momentan bis auf die 49-Zoll-Geräte ausverkauft. Dafür, dass wir im Dezember gestartet sind, hätten wir nicht gedacht, dass die Geräte sich so schnell verkaufen", sagt Stefan Warecka von Kagis.

Topmodell ist hier ebenfalls der 55-Zöller, von dem 150 Stück verkauft wurden und für den täglich neue Anfragen dazukommen. Weitere 150 Geräte wurden von den kleineren Modellen abgesetzt. "Wir sind gerade dabei, Feedback zu sammeln und dann die Produkte zu verbessern", so Warecka. Unter anderem mit Android- und Netflix-Updates. "Wir wollen dann auch die Menge zumindest verdoppeln", heißt es.

3,4 Millionen GIS-Zahler

186 Minuten schauen die rund 4,9 Millionen fernsehenden Österreicher im Schnitt pro Tag ins TV-Gerät. So steht in rund 3,8 Millionen heimischen Haushalten zumindest ein TV-Gerät, mehr als 3,4 Millionen Haushalte zahlen dabei die Rundfunkgebühr GIS, so die aktuellen Statistiken. Die GIS ist eines der seit Monaten am stärksten polarisierenden Themen in Österreich – Abschaffung, Neudefinition, Pflichtabgabe, jede Menge Alternativen werden politisiert und diskutiert.

Besonders sauer auf stößt die GIS – bis zu 26,73 Euro pro Monat – jenen Österreichern, die sie zahlen müssen, ohne die ORF-Programme überhaupt nutzen zu können. Denn auch wenn das TV-Gerät wegen fehlendem CI-Modul oder ORF-Digital-Sat-Karte gar kein ORF-Programm hereinbekommt, ist es "prinzipiell empfangsbereit", wie es in der Gebührenregelung heißt, und dementsprechend anmelde- und kostenpflichtig. GIS-freie TVs verfügen dagegen über gar keine solche Empfangsmöglichkeit.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(rfi)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Balo45 am 29.01.2019 12:06 Report Diesen Beitrag melden

    Fpö gefragt

    Die fpö ist seit über einem jahr in der Regierung, wann wird denn die Gis endlich abgeschafft?

    einklappen einklappen
  • Southpaw am 29.01.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    Die Umfrage ist nicht ganz...

    ...vollständig. Ich bezahle GIS, konsumiere das Programm aber nicht. Niemals! Ich habe leider eine UPC Box. Ich habe dort auch angerufen, ob man den ORF nicht sperren kann. Das geht angeblich nicht. Da sollte man einmal etwas ändern.

    einklappen einklappen
  • René am 29.01.2019 12:14 Report Diesen Beitrag melden

    GIS Wucher

    Ich hab in meinem Leben noch nie Gis bezahlt. Hab seit 12 Jahren eine Wohnung und letzte Woche Mittwoch Post von Gis dass kein Gerät angemeldet ist. Hab im gleichen atemzug meinen Fernseher verkauft, A1 TV zum März gekündigt. Schau nur mehr Amazon, Netflix und Maxedome am Laptop oder Tablet. Um 300 Euro im Jahr melde ich mich lieber im Fitnesscenter an. ist gesünder als wenn ich mich über die hohen Gis Gebühren aufrege...

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Crashcar am 01.02.2019 14:44 Report Diesen Beitrag melden

    Lustig...

    ...ist, dass anscheinend kaum jemand weiß, dass der GIS-ler ohne richterlichen Beschluss keinerlei Recht hat eine Wohnung oder ein Haus zu kontrollieren. Es sei denn, der Bewohner lässt ihn hinein. Ansonsten sofort die Polizei rufen!

  • Ruth am 30.01.2019 22:45 Report Diesen Beitrag melden

    Frau

    Ich habe zwar ein Fernsehgerät zuhause, sehe aber nur Dvd Filme. Das Gerät ist nicht angeschlossen und läuft nur azf Strom. Warum soll ich Gis bezahlen, wenn ich es gar nicht nutze. Finde ich nicht in Ordnung!!!!

  • Dodo2340 am 30.01.2019 04:24 Report Diesen Beitrag melden

    Schlupfloch wird geschlossen werden

    Es wird nicht lange dauern, bis dieses Schlupfloch geschlossen wird und auch für solche Geräte GIS eingehoben wird.

    • Mama Renate am 30.01.2019 08:03 Report Diesen Beitrag melden

      Internet doppelt bis dreifach so teuer

      Ich bezahle weniger fürs Internet als ich GIS bezahlen muß. Im Grunde würde eine solches Unrecht die Kosten für Internetanschlüsse vervielfachen. Rundfunk hatte früher aus technischen, dann nur noch aus politischen Gründen (Rundfunkmonopol = Staatspropaganda) eine Alleinstellung. Heute kann man in jedem Besenkammerl um einen Bagatellbetrag ein sendefähiges Studio einrichten ohne an die ORF-ORD-Sendemasten anstreifen zu müssen. Der ORF ist einer Zeit verhaftet, in der eine Videokamera den Preis eines PKWs hatte. Der ORF hat technisch, politisch und moralisch keine Exitenzberechtigung mehr.

    • Eleonore am 01.02.2019 00:22 Report Diesen Beitrag melden

      @ Mama Renate

      Sie haben völlig Recht, der ORF - ROTFUNKSENDER hat keine Existenzberechtigung, es ist höchste Zeit dem ein Ende zu setzen !

    einklappen einklappen
  • Plescher am 29.01.2019 22:47 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Intellegente Ausgaben

    Ich zahl keine GIS ubd keine Kirchensteuer, stattdesen fahr ma 2x die Woche an die CZ-Grenze, Casino, Tschick, Schnaps, Schnitzl, und Zeitung gibts gratis bein Bahnhof. Ich derspar mir eine Menge. Wenn dann noch was überbleibt - Mäcki geht immer.

  • Florin am 29.01.2019 20:08 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bald 3 Mio nogis Tv

    Manchmal gelüstet es mich nach eine wenig Marxistischer Erziehung und grünem Randgruppen TV, dann schalte ich die ORF Nachrichten ein. Ich mag den Rotfunk, er erspart mir den Gang zu einer Domina. Teuer, kalt und jede Minute Programm eine strenge Erziehung!