Bringt sie allen was?

09. Januar 2019 12:46; Akt: 09.01.2019 12:47 Print

Welche Parteien unsere Daten von der Post kaufen

Nachdem bekannt wurde, dass die Post auch Daten zur Partei-Vorliebe der Österreicher verkauft, stellt sich die Frage, welche Parteien das nutzen.

Laut Rechercheplattform "Addendum" verkauft die Post Daten zu den politischen Vorlieben der Österreicher. Die Post sagt dazu, aufgrund der Gewerbeordnung sei man dazu berechtigt, derartige Analysen zu erstellen. (APA-Videoplattform)

Zum Thema
Fehler gesehen?

Der Post droht Ungemach: "Die Österreichische Post hat von rund 2,2 Millionen Menschen Parteiaffinitäten abgespeichert und dieses Datenmaterial an politische Parteien für Wahlwerbung weiterverkauft. Datenschützer halten das für nicht legal", berichtet die Recherchplattform Addendum. Verkauft werden auch Datensätze mit Namen, Adressen, Geschlechtsangaben und Alter der Österreicher.

Umfrage
Finden Sie es gut, dass die Datenschutz-Grundverordnung eingeführt wird?

Während die Post die Aufregung nicht versteht und sich durch die Gewerbeordnung im Recht sieht, hat die Datenschutzbehörde ein Prüfverfahren gegen die Post eingeleitet. Brisant ist vor allem der Punkt "Parteiaffinität", bei dem die Post offenbar eine statistische Hochrechnung, welche Partei ein Betroffener wahrscheinlich wählt und welche politischen Positionen er oder sie vertritt, weiterverkauft. Doch an wen?

Bringt die Post allen Parteien etwas?

Unter anderem an Parteien, wie das "Ö1-Morgenjournal" berichtet. Demnach nutzen Parteien die Daten, um Wahlwerbung zu machen. So habe die SPÖ die Daten im Nationalratswahlkampf 2017, allerdings ohne Parteiaffinität, heißt es. Und: Die SPÖ habe die Daten nicht gekauft, sondern geleast, also die Daten nur im Wahlkampfzeitraum genutzt und nicht gespeichert.

Auch die ÖVP, konkret die niederösterreichische Volkspartei, habe im Nationalratswahlkampf rund 30.000 Zusendungen nach Auswahl durch die Datensätze zugestellt. Das habe sich aber laut Parteiangaben nicht bewährt. Die Bundes-ÖVP soll ebenso wie die FPÖ nie auf die Post-Daten zugegriffen haben und lieber eigene Datenbanken nutzen. Die FPÖ versuche demnach, Wähler mit den sozialen Netzwerken zu gewinnen.

Geldstrafe für die NEOS

Die Salzburger Grünen griffen offenbar bei der Landtagswahl auf die Post-Daten zu, an Erstwähler wurde mit Einverständnis Wahlwerbung versandt. Die NEOS dagegen erhielten eine Geldstrafe, weil sie im Wien-Wahlkampf Telefonnummern von der Post bekommen haben sollen, an die Wahlwerbung verschickt wurde, ohne dass die Empfänger damit einverstanden gewesen wären. Die Datennutzung habe man eingestellt, heißt es.

Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


Das könnte Sie auch interessieren:


Jetzt kommentieren

Kommentar lesen

(rfi)

Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

Kommentarfunktion geschlossen
Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Der/Puu am 10.01.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Datenbank

    Die ÖVP braucht die ja nicht, die hat ja so eine kleine Datenbank selbst. Mich würde interessieren ob die F diese auch benützen darf.

  • Kori Anderl am 09.01.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum bekomme ich dann

    Wahlwerbung der Asozialen Heimatpartei?

Die neuesten Leser-Kommentare

  • Der/Puu am 10.01.2019 17:45 Report Diesen Beitrag melden

    Datenbank

    Die ÖVP braucht die ja nicht, die hat ja so eine kleine Datenbank selbst. Mich würde interessieren ob die F diese auch benützen darf.

  • Kori Anderl am 09.01.2019 15:51 Report Diesen Beitrag melden

    Warum bekomme ich dann

    Wahlwerbung der Asozialen Heimatpartei?