Bezirk Mödling

29. April 2019 06:30; Akt: 30.04.2019 13:41 Print

Umstrittenes Asylheim St. Gabriel schließt jetzt

Die Flüchtlingsunterkunft der Caritas St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Mödling) wird geschlossen. Die letzten Bewohner sind nun ausgezogen. Die FP ist erfreut, die Caritas bedauert.

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Vor 360 Tagen, Anfang Mai 2018, hatte ein Mord in der Asylunterkunft St. Gabriel in Maria Enzersdorf (Bezirk Mödling) Österreich erschüttert ("Heute" berichtete) und eine Sicherheitsdebatte ausgelöst. Kein anderes Asylheim stand seither so im Fokus. Immer wieder musste die Polizei wegen Reibereien nach St. Gabriel ("Heute" berichtete).

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Ende des Jahres wurden dann 16 Bewohner, laut FP "Problem-Asylwerber", ins Stacheldrahtlager Drasenhofen (Bezirk Mistelbach) verlegt ("Heute" berichtete). Ein Aufschrei, inklusive Notbremse von Landeschefin Johanna Mikl-Leitner (VP, "Heute" berichtete) war die Folge, Landesrat Gottfried Waldhäusl (FP) stand schwer unter Beschuss.

Daraufhin einigten sich die Caritas und der FP-Landesrat, doch die Fronten blieben verhärtet – ein wochenlanges Hick-Hack wegen einem Sicherheitskonzept, der Verlegung der Männer sowie einer schriftlichen Vereinbarung folgte ("Heute" berichtete).

FP erfreut

Die jungen Männer wurden seit Februar sukzessive verlegt, mittlerweile ist St. Gabriel leer. Für Mödlings Stadtrat Daniel Könczöl eine gute Nachricht: "Formal geht es nur noch um die Auflösung der Verträge. Es erfüllt mich mit Freude und Stolz, dass in Zukunft keine straffälligen Asylwerber mehr in St. Gabriel einquartiert werden. Denn zur Erinnerung: Das waren nicht die netten, lieben Jungs von nebenan. Ganz im Gegenteil. Das waren Intensivtäter, die wegen schwerer Körperverletzung, gefährlicher Drohung, Nötigung, Widerstandes gegen die Staatsgewalt, Drogenhandels und sexuellen Übergriffen bereits verurteilt worden waren. Solche schweren Jungs haben in einem Ballungszentrum nichts verloren. Für uns steht der Schutz der Bürger, Kinder und Familien im Vordergrund."

Caritas bedauert

Martin Gantner, Sprecher der Caritas sagt dazu: "Die Jugendlichen, die zuvor in Drasenhofen untergebracht waren, sind wie bereits berichtet Ende Februar verlegt worden. Vor einer Woche sind nun auch die verbliebenen acht Flüchtlinge (Einzelpersonen und Familie), die hier in Grundversorgung waren, ausgezogen. Der Vertrag mit dem Land NÖ wurde ruhend gestellt."

Weiters erklärt Gantner: "Wir haben in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Flüchtlingsquartiere, die wir 2015 und 2016 auf Bitte des Landes rasch und unbürokratisch eröffnet haben, wieder geschlossen. Das ist in Niederösterreich nicht anders als in anderen Bundesländern auch. Klar ist: Das Kloster St. Gabriel hätten wir als Standort natürlich gerne erhalten – dafür haben wir auch bis zuletzt gekämpft. Ganz einfach, weil hier seit den 90er Jahren gute und wichtige Arbeit geleistet wurde. Gemeinsam mit der Gemeinde, mit den Steyler Missionaren und mit sehr vielen Freiwilligen. Von Seiten des Landes wurde jedoch klar signalisiert, dass kein weiterer Bedarf vorhanden ist. Seit beinahe einem Jahr gab es darüber hinaus auch keine neuen Zuweisungen durch die zuständige Stelle des Landes. Klar ist auch: Wir werden uns auch zukünftig für Menschen in Not in NÖ einsetzen."
J.Lielacher

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • ÖSTERREICHER am 29.04.2019 07:02 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Zurück in die Heimat

    Haben nicht nur in einem Ballungszentrum nichts verloren sondern, haben in ganz Österreich nicht's verloren, sind wohl schon durch zuviel Kriminalität schon verurteilt. Freue mich mit der FPÖ gleich mit. Solche Typen sollten sofort Nachhause geschickt werden.

  • Seitenhieber am 29.04.2019 06:56 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Idee

    Möglicherweise könnte in Zukunft in solchen geschlossenen Asylheimen Platz zum schlafen und Essensausgabe für Obdachlose gemacht werden. Das könnte dann doch auch der Caritas gefallen

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  • Nebbichklopfer am 29.04.2019 07:13 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Ventilieren

    Ein Mord, Bedrohungen der Betreuer, laufende Polizeieinsätze, eine Attacke mit einem Meißel auf Kinder - das nennt sich dann im Artikel Reibereien. Dafür weiß man aber ganz genau, wie die Drasenhofener Unterbringung zu titulieren ist: Stacheldrahtlager. Glaubt dabei wirklich jemand noch, derartige Versuche sprachlicher Einflußnahme fallen nicht auf?

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • Erika am 29.04.2019 13:24 Report Diesen Beitrag melden

    St Gabriel ist ein Klostrr und keine Partylocation

    St. Gabriel ist ein Kloster .... Erfahrungen und Polizeiberichten zufolge war dieses Zuflucht gebende Kloster ein Umschlagplatz für Rauschgift leicht bis zu Heroin. Das Personal war immer überfordert und gegen Partys jeglicher Art gänzlich überfordert. Daher ist es richtig, das Kloster wieder dem Sinn zuzuführen, wozu Kloster da sind, für Ruhe, Einkehr und für Gott suchende. Gespräche mit dem Klosterpersonal waren früher immer hilfreich, leider in letzter Zeit war keine Zeit mehr.

  • Karl Karlauer am 29.04.2019 09:34 Report Diesen Beitrag melden

    traurig

    Die Caritas bedauert. Eine Einnahmequellle weniger ?

    • Otto am 29.04.2019 11:13 Report Diesen Beitrag melden

      gleichgeschaltet

      @Nebbichklopfer, gut beobachtet. Heute ist, wie die meisten Medien, eigentlich alle, gleichgeschaltet. Die Gesetze verlangen das in der Scheindemokratie. Seit dem März 1933 gibt es in Österreich keine Meinungsfreiheit mehr.

    • EUsebius am 29.04.2019 11:26 Report Diesen Beitrag melden

      @Otto

      ich frag mich, wie man sich wohl dabei fühlt, wenn man so angepaßt berichtet, oder auch muß ? welchen druck gibt es und aus welcher richtung ? oder : non olet ?

    • Otto am 29.04.2019 12:46 Report Diesen Beitrag melden

      puteat

      @EUsebius, Pecunia non olet, na ja, Anzeigen werden sicher eine Rolle spielen, pol. Parteien? Gemeinden? Das Wohlwollen der Herrschenden zur Gewinnmaximierung? Es gibt die Pol. Korrektheit die die Richtung vorgibt. Könnte man vielleicht kurz sagen die Antifadiktatur? Unser System basiert auf Karl Popper und Karl Marx. Könnte jemand Nachteile erleben, wenn er sich nicht anpasst? Beförderung? Arbeitsplatzverlust? Medienhetze? usw. usf.

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  • guziwuzi am 29.04.2019 09:06 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    wo sind diese Unruhestifter jetzt?

    das Problem wurde nicht gelöst sondern nur verlagert. ich sehe da jetzt keinen wirklichen Gewinn, außer natürlich für die Anrainer.

  • Christian am 29.04.2019 08:55 Report Diesen Beitrag melden

    Die umliegenden...

    ... Anreiner wird es freuen, wenn nun der menschliche Bodensatz entfernt ist und etwas Ruhe und Ordnung einkehrt !

  • Baldi am 29.04.2019 08:30 Report Diesen Beitrag melden

    Vielen Dank

    Der Caritas hat nur gefallen daran, wenn andere für Ihre Fürsorge zahlen müssen.