Internationale Kritik

23. April 2019 11:34; Akt: 23.04.2019 16:07 Print

Sogar BBC berichtet über FPÖ-Rattengedicht

"Widerlich" nannte Bundeskanzler Sebastian Kurz eine Aktion seines Koalitionspartners zu Ostern. Die Sache hat es bis in internationale Medien geschafft.

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Das Gedicht "Die Stadtratte" der FPÖ in Braunau am Inn schlug nicht nur in Oberösterreich hohe Wellen, auch die internationale Presse griff den Skandal auf. In einer Postwurf-Sendung zu Ostern konnten die Braunauer über Vergleiche zwischen Ratten und Menschen lesen, über Migranten und die "Vermischung" von Kulturen und Sprache.

Rassistisches Gedicht

Aus Sicht einer "heimischen" Ratte dichtete der Vizebürgermeister Christian Schilcher als "Nagetier mit Kanalisationshintergrund" über Migranten, Integration und Religion. Über die "Vermischung" von Kulturen hat er nichts Gutes zu sagen: ".. dass wenn man zwei Kulturen mischt / (als hehres Ziel wird aufgetischt) / es ist, als ob man sie zerstört, / das finde ich ganz unerhört!"

Internationale Reaktionen
Doch nicht nur im kleinen Österreich war die Empörung groß, sogar im englischsprachigen Raum schreibt man über das "zutiefst rassistische" Rattengedicht.

Die Europa-Ausgabe der angesehenen Politik-Plattform "Politico" berichtete über den Skandal und wies zudem darauf hin, dass die Sache ausgerechnet in Braunau am Inn - dem Geburtsort von Adolf Hitler - passierte. Der Vergleich von Mensch und Ratte ist historisch vorbelastet, die SPÖ kritisierte das Gedicht, das "fatal an einen sprachlichen Umgang mit Menschengruppen, wie er in der NS-Propaganda üblich war", erinnert.

Auch die britische "BBC" und die US-amerikanische Zeitung "The Hill" brachten Artikel zu dem Ratten-Gedicht und der heftigen Kritik daran.

Ein Facebook-Posting von Vizekanzler Heinz-Christian Strache, das nicht direkt auf das Gedicht Bezug nimmt, fand ebenfalls Beachtung. Strache schreibt darin über "aktuelle Hetze und Kampagnen gegen die FPÖ", die nur zeigen würden, dass die politischen Gegner der FPÖ vor der EU-Wahl "besonders nervös" seien.

"Widerlich"

In der internationalen Presse findet aber auch die scharfe Kritik an dem Gedicht Platz: Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP), der in einer Koalition mit der FPÖ regiert, nannte das ausländerfeindliche Gedicht "widerlich" und forderte eine Distanzierung.

Auch Bundeskanzler Sebastian Kurz sagte Ähnliches: "Die getätigte Wortwahl ist abscheulich, menschenverachtend sowie zutiefst rassistisch und hat in Oberösterreich und im ganzen Land nichts verloren." Auch Kurz forderte eine Distanzierung der oberösterreichischen FPÖ: "Es braucht sofort und unmissverständlich eine Distanzierung und Klarstellung durch die FPÖ Oberösterreich."

Der FPÖ selbst tut es (zumindest ein bisschen) leid. Der Braunauer FPÖ-Stadtrat Hubert Esterbauer meinte, Schilcher habe damit "bestimmte Themen pointiert" vermitteln wollen. Schilcher selbst sagte: "Ich wollte mit meinem Text provozieren, aber keinesfalls beleidigen oder gar jemanden verletzen." Er habe die Formulierungen "wenig durchdacht". Der Landesparteisekretär der FPÖ, Erwin Schreiner, bezeichnete das Gedicht als "geschmacklos".

Rücktritt

Am Dienstag gab der Verfasser des Gedichts, der Braunauer Vizebürgermeister Christian Schilcher, seinen Rücktritt bekannt. Nähere Infos dazu hier!

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(csc)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Rattenfänger am 23.04.2019 12:27 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Wahnsinn

    Haben unsere Linken wieder Mal im Ausland angerufen und einen Skandal bestellt .. Wahnsinn

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  • Kannitverstan am 23.04.2019 12:16 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bericht aus dem Königreich?

    Wird schon seinen Grund haben, dass es zum Brexit kam. In der Zwischenzeit wird es gefährlich dazu zu stehen, dass man die aktuellen Veränderungen seines Heimatlandes mit Befremden sieht.

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  • Angel66 am 23.04.2019 12:44 Report Diesen Beitrag melden

    Wer hilft?

    Vielleicht verstehe ich es als Frau ja nicht richtig, aber was an dem Gedicht ist rassistisch?... in Summe wird die Regierungsweise angeklagt und deren verheerenden Folgen?!!... bin ich jetzt schon Rassistin wenn ich mit meinen eigenen Landsleuten nicht einer Meinung bin? ...bin ich schon Rassistin, wenn mir Korbi's Kommentare zu 98Prozent auf die Nerven gehen? Bin ich heut zu Tage wirklich schon rechtsradikal und rassistisch, wenn ich keine EINHEITSMEINUNG mit den Linksradikalen habe?.... WO ist dann der Unterschied zu 1938?...Strategie ist doch die Selbe!

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • franz am 24.04.2019 08:02 Report Diesen Beitrag melden

    freundschaft ade

    eine schande ist das wenn die eigenen Politiker Österreich im ausland schlecht machen ,und das sind nun einmal mehr als 50 % und es ist gut wenn die wahlen kommen damit denen die Österreich schaden endlich abgewählt werden und wich hoffe natürlich das diese Personen die österreich auf diese weise im ausland schlecht gemacht haben zur Verantwortung gezogen werden den diese sind es die Europa spalten wollen ich werde die spö nicht mehr wählen nestbefurzer

    • Zyniker am 25.04.2019 17:42 Report Diesen Beitrag melden

      ja, die Blauen

      Ja, mit derartigen rassistischen, braunen Aktionen, wie sie bei den Blauen wöchentlich vorkommen, mach uns die FPÖ international schlecht. Ich werde oft darauf angesprochen im Ausland ob die FPÖ wirklich so braun ist. Da ich für diese Ungustln nicht lügen will, bestätige ich es natürlich.

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  • hari am 23.04.2019 18:01 Report Diesen Beitrag melden

    werden die weisen Weisen wieder kommen

    bin gespannt ob die EU-Zentrale jetzt wieder die EU-Weisen nach Österreich schicken wird, so wie seinerzeit wo es dann auch noch Sanktionen gegeben hat.

  • exwiener am 23.04.2019 16:39 Report Diesen Beitrag melden

    Genau das

    will die Oposition,vernadern,anklagen und mit allen Mitteln ein Störfaktor sein,ich schäme mich für solche Leute,die nichts anderes können als alles schlecht zu reden und unser Land in verruf zu bringen !Von solchen Leuten kann ich mich nur mit grausen abwenden

    • Werner Mauser am 23.04.2019 16:54 Report Diesen Beitrag melden

      Zirkel der Unfähigkeit

      Ich schäme mich für Menschen, welche keinen kultivierten Stil pflegen. Ob links oder rechts, ob in der Mitte. Politik ist harte Arbeit für Menschen. Komödianten gehören in das Varietät.

    • bubbahubba am 23.04.2019 20:36 Report Diesen Beitrag melden

      hubabubba

      und Sie bestimmen sicher was ein kultivierter Stil ist. gelle ?

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  • Schierl Fraunz am 23.04.2019 14:33 Report Diesen Beitrag melden

    Auch chinesische Medien

    überlegen einen Fernsehbericht darüber!

  • Detlev am 23.04.2019 13:54 Report Diesen Beitrag melden

    Und nun?

    Dann bekommt in Zukunft also Open Borders deine Stimme?