Trick umgeht Import-Regel

23. April 2019 14:36; Akt: 23.04.2019 16:28 Print

Hendln aus der Ukraine fehlt ein Knochen bei uns

Landwirtschaftsministerin Köstinger fordert nach der Aufregung um den Import großer Mengen von billigem Hendlfleisch aus der Ukraine strengere Kontrollen.

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Einem ukrainischen Geflügelzüchter ist es trotz strenger Importbeschränkungen gelungen, qualitativ minderwertiges Hühnerfleisch aus fragwürdiger Haltung zu Billigpreisen auf EU-Boden zu bringen.

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Als "glasklaren Betrug, der auf dem Rücken der Konsumenten und in letzter Konsequent auch unseren Bauern stattfindet", bezeichnete Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) jene Vorgehensweise und fordert im Zuge des EU-Wahlkampfs nun strengere Kontrollen von der EU-Kommission, wie im Ö1-Mittagsjournal berichtet wurde.

EU-Förderungen an Tierwohl anknüpfen

Dass der ukrainische Konzern MHP von EU-Unterstützungen profitiert hat, sorgt bei den heimischen Landwirten für besonders großen Ärger. Die EU vergibt Kredite an ukrainische Betriebe, um die dortige Wirtschaft zu modernisieren. Die strikten europäischen Tierhalteregeln gelten dort aber (noch) nicht.

Künftig soll EU-Agrarhilfe an strenge Tierwohlstandards gebunden sein, so zumindest die Forderung Köstingers. "Meiner Meinung nach ist es höchst an der Zeit, dass Gelder europäischer Steuerzahler so verwendet werden, dass sie die Situation dort, wie sie eingesetzt werden, verbessern und nicht dazu führen, dass Produkte mit niedrigeren Standards nach Europa importiert werden. Das ist eine widersinnige Art und Weise der Förderung, die wir derzeit in Europa haben."

Der Bauernbund geht noch weiter und fordert überhaupt einen Importstopp aus der Ukraine.

Gesetzeslücke genutzt

Wie berichtet, umgeht der ukrainische Konzern das im Rahmen des Freihandelsabkommens geltende Einfuhrlimit von 20.000 Tonnen für Hühnerbrüste, dem teuersten Stück des Hendls, mit einem simplen Trick: Anstatt sie komplett auszulösen, wird ein Knochen am Brustfleisch belassen, wodurch dieses als "minderwertige Ware" zählt – und darauf gibt es weder Zoll noch Einfuhrbeschränkungen.

Der Züchter hatte die Brüste zunächst in die Slowakei gebracht und dort dann den Knochen entfernen lassen. So wurde das Fleisch zum EU-Produkt.

Mindeststandards müssten eingehalten werden

Der österreichische EU-Abgeordnete Thomas Waitz (Grüne) hat am Wochenende einen Lokalaugenschein in MHP-Fabriken in der Ukraine unternommen. Er berichtet im Ö1-Gespräch von bedenklichen Zuständen für Umwelt und Tiere und fordert eine Kennzeichnungspflicht für Fleisch. Das sei die einzige Möglichkeit für Österreich zu reagieren. An einer solchen Regelung zu einer Herkunftskennzeichnung wird seitens des Landwirtschaftsministeriums bereits gearbeitet, "Heute.at" berichtete.

Die EU-Kommission zieht indes einen fragwürdigen Schritt in Erwägung. Sie will die Import-Quote nun anheben, damit das Hühnerfleisch legal in die EU kommen kann und so der "Schummelimport" abgestellt wird.

"Der Plan ist es, den Trick zu legalisieren", bestätigte Waitz. Wenn 50.000 oder 70.000 Tonnen durch ein entsprechendes Freihandelsabkommen mit der Ukraine zollfrei importiert werden dürften, wäre der Trick nicht mehr notwendig.

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Die neue Sabrina am 23.04.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    DANKE liebe EU!

    Warum haben wir ueberhaupt Reaktor Henderln hier, die falsch deklariert werden dürfen... Wegen der EU! Dabei gehört die Ukraine gar nicht zur EU...

  • katja am 23.04.2019 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    vielen dank!

    tschernobyl fleisch gefördert von der eu!

    einklappen einklappen
  • Epi am 23.04.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewusster kaufen

    Wenn sich alle KonsumentInnen bewusster mit der Lebensmittelwahl auseinandersetzen würden, hätten Anbieter und Lebensmittelkonzerne ein schweres Leben mit ihren Geschäften und Gaunereien! Wir KonsumentInnen haben es in der Hand wo es langgeht, entscheiden wir doch über Kauf oder Nichtkauf. Es ist höchst an der Zeit aufzuwachen und diese Spielereien nicht mehr länger zu tollerieren. Bewusster kaufen muss nicht teuerer sein!

Die neuesten Leser-Kommentare

  • hari am 24.04.2019 13:53 Report Diesen Beitrag melden

    die sich im Kreis drehen

    fein und die Kredite die vergeben werden, werden dann womöglich mit dem österr. Steuergeld als Nettozahler mitfinanziert.....dzt. ja brutto schon über 3,0 Milliarden / Jahr

  • Heinrich am 23.04.2019 21:43 Report Diesen Beitrag melden

    Farce

    Dieser Verein kann einfach nur alles falsch machen. Legalisierung von Straftaten zu Lasten der EU Bauern durch erhöhten Import! Welche Farce! Raus aus diesem unnötigen, bevölkerungsfeindlichen Verein

  • Epi am 23.04.2019 19:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Bewusster kaufen

    Wenn sich alle KonsumentInnen bewusster mit der Lebensmittelwahl auseinandersetzen würden, hätten Anbieter und Lebensmittelkonzerne ein schweres Leben mit ihren Geschäften und Gaunereien! Wir KonsumentInnen haben es in der Hand wo es langgeht, entscheiden wir doch über Kauf oder Nichtkauf. Es ist höchst an der Zeit aufzuwachen und diese Spielereien nicht mehr länger zu tollerieren. Bewusster kaufen muss nicht teuerer sein!

  • Die neue Sabrina am 23.04.2019 18:17 Report Diesen Beitrag melden

    DANKE liebe EU!

    Warum haben wir ueberhaupt Reaktor Henderln hier, die falsch deklariert werden dürfen... Wegen der EU! Dabei gehört die Ukraine gar nicht zur EU...

  • katja am 23.04.2019 17:26 Report Diesen Beitrag melden

    vielen dank!

    tschernobyl fleisch gefördert von der eu!

    • Ehklar am 23.04.2019 18:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      @katja

      Na klar! Wofür haben wir ein "Assoziierungsabkommen" gemacht? Wegen der Völkerfreundschaft? NEIN! Wegen der Politik und dem Geld! DAFÜR nimmt die EU 1000e Opfer in Kauf!

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