Vilimsky vs. Wolf

24. April 2019 16:14; Akt: 24.04.2019 20:34 Print

Blümel: "Politik hat sich nicht einzumischen"

Harald Vilimsky würde ORF-Moderator Wolf am liebsten "vor die Türe setzen". Nun greift Medienminister Gernot Blümel in die hitzige Debatte ein.

Bildstrecke im Grossformat »

Zum Thema
Fehler gesehen?

Die FPÖ hat sich nach einem Interview des freiheitlichen Generalsekretärs und EU-Spitzenkandidaten Harald Vilimksy in der "ZiB2" auf Moderator Armin Wolf eingeschossen – "Heute.at" berichtete. Der Anchorman selbst will sich auf Anfrage keine Stellung nehmen. "Ich bin schon auf Urlaub", so Wolf zu "Heute.at".

Umfrage
Wie hat sich Harald Vilimsky im ZiB2-Interview mit Armin Wolf geschlagen?

Dafür äußert sich nun Medienminister Gernot Blümel (ÖVP) zur Causa: "Die Politik hat sich nicht in Beschäftigungsverhältnisse von Journalisten einzumischen, völlig unabhängig davon, wie Fragestellungen oder Interviewführungen bewertet werden", stellt der Bundesminister via Aussendung klar.

Opposition attackiert FPÖ

Die Opposition schoss sich am Tag nach dem Interview-Eklat ebenfalls auf die FPÖ ein. SPÖ-Bundesgeschäftsführer und Mediensprecher Thomas Drozda sieht keinen Tag verstreichen, an dem "die FPÖ nicht an den Grundfesten der Demokratie" sägt.

"Dass ein Vertreter einer Regierungspartei einem Journalisten droht, weil ihm die gestellten Fragen nicht gefallen, kennen wir sonst nur aus autoritär regierten Ländern", so Alma Zadic, Menschenrechtssprecherin der Liste Jetzt.

Von den Neos übte Mediensprecherin Claudia Gamon Kritik an Vilimsky: "Mit Angriffen auf die Pressefreiheit seitens einer Regierungspartei stellt sich Österreich in eine Reihe mit der ungarischen Regierung unter Viktor Orban. Denn die ersten Opfer illiberaler Systeme sind immer die Meinungs- und die Pressefreiheit."

"Persönliche Bedrohung"

Auch die ORF-Redakteure protestieren gegen die "Einschüchterungsversuche" durch die FPÖ. Vilimksy habe "einmal mehr gezeigt, warum Österreich im internationalen Ranking der Pressefreiheit um fünf Plätze nach unten gerutscht ist", heißt es in einer Aussendung. Vilimskys Aussage "Das ist etwas, das nicht ohne Folgen bleiben kann" müsse "als persönliche Bedrohung" gegen Wolf verstanden werden.

Die Redakteure sprechen das Dilemma des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an: "Dem ORF wird mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und einem 'schärferen' ORF-Gesetz gedroht und die Finanzierung wird in Frage gestellt. Und zwar von den gleichen Parteien und Politikern, die sich den ORF gefügig machen wollen und die derzeit das neue ORF-Gesetz verhandeln."

Das "ZiB2"-Interview in voller Länge:

Mehr zum Thema:

  • Harald Vilimsky droht Anchorman Armin Wolf

  • ORF-Interview-Eklat: So legt die FPÖ jetzt nach

  • Nach Interview-Eklat ging es für Wolf in den Urlaub

  • Vilimsky: "Ich würde Armin Wolf vor die Tür setzen"
  • Die Bilder des Tages

    Die Bilder des Tages

    Bleiben Sie informiert mit dem Newsletter von heute.at


    Das könnte Sie auch interessieren:

    Jetzt kommentieren

    Kommentar lesen

    (lu)

    Hier können Sie einen Kommentar zum Thema verfassen:

    Kommentarfunktion geschlossen
    Die Kommentarfunktion für diese Story wurde automatisch deaktiviert. Der Grund ist die hohe Zahl eingehender Meinungsbeiträge zu aktuellen Themen. Uns ist wichtig, diese möglichst schnell zu sichten und freizuschalten. Wir bitten um Verständnis.

    Die beliebtesten Leser-Kommentare

    • Fiedler_Stefan am 24.04.2019 00:04 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Alles rot im ORF

      Leider ist der ORF kein unabhängiger Sender.

      einklappen einklappen
    • rudi am 23.04.2019 23:55 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      armin wolf

      ich bin gewiss kein vilimsky freund , aber der " oberstaatsanwalt " wolf ist untragbar , interview zu bestimmten thema wegschieben und was " aktuelles " vorzutragen was ein " alter hut " ist , das ist frechheit

      einklappen einklappen
    • Richard am 24.04.2019 00:14 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      provozieren ist eine Modeerscheinung

      Aber irgendwann reicht es dann , dann kommt der gegenschlag, das ist auch gut so, man muss such nicht alles gefallen lassen ! Armin Wolf da hast den falschen geärgert.......

      einklappen einklappen

    Die neuesten Leser-Kommentare

    • C. Hahn am 23.05.2019 14:13 Report Diesen Beitrag melden

      Frau

      Armin Wolf müsste als Moderator unparteisch agieren um so glaubhaft rüber zu kommen! Er allerdings bringt hier immer seine eigene Überzeugung auf eine sehr aggressive u unsympatische Art wieder! Dies bei vielen Themen! Der ORF sollte seine Funktion wirklich überdenken!

    • müssen wir am 06.05.2019 10:52 Report Diesen Beitrag melden

      den armen moderator jetzt bedauern

      oder ist er mit seiner offensichtlichen politischen gesinnung, die er in "öffentlich rechtlichen und unabhängigen medien" - wie der rotfunk sich gerne bezeichnet - zu schau stellt, nicht selbst daran schuld, dass über ihn schmuztzkübel ausgeleert werden ? dass er diese provoziert, dürfte dieser herr noch nicht behirnt haben.

    • Gerhard Nond am 03.05.2019 22:40 Report Diesen Beitrag melden

      Wolf

      Bitte Herr Wolf hat wissentlich und absichtlich gezündelt, da ist er jetzt selbst Schuld was andere von ihm halten und über ihn denken. sskm

      • Charly9 am 11.05.2019 17:48 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

        @Gerhard Nond

        ......er traut sich immerhin die wahrheit zu sagen, auch wenns mal weh tut

      einklappen einklappen
    • ibindameinung am 03.05.2019 21:56 Report Diesen Beitrag melden

      So geht das nicht!

      Trotz allem, das war kein Interview, sondern ein Verhör. An sich liebe ich die Fragestellungen von Wolf, weil er sich nicht mit einfachen Antworten zufrieden gibt. Aber das waren glatte Unterstellungen.

      • Zweistein am 25.05.2019 11:32 Report Diesen Beitrag melden

        von

        Ihnen ist schon bewusst dass ein polizeiliches Verhör im englischsprachigen Raum Interview genannt wird?

      einklappen einklappen
    • Karim am 03.05.2019 21:17 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

      Vorher Nachdenken

      Ich möchte Herrn Wolf nicht verteidigen aber auch als FPÖ Wähler sollte man sich an gewisse Regeln halten. " Schimpftriaden bringen gar nichts"...ihr FPÖ Wähler möchtet die Partei stärken? Ihr macht genau das Gegenteil...Denkt mal darüber nach..