Light of Hope

09. November 2018 09:47; Akt: 09.11.2018 10:28 Print

Wirbel um Buhrufe bei Demo gegen die Regierung

Nationalratspräsident Sobotka wurde bei der Gedenkfeier zu den Novemberpogromen ausgebuht. Die Polizei verdächtigt Anti-Regierungs-Demonstranten. Das sorgt für Kritik.

Gedenkmarsch "Light of Hope"
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Zwei Demonstrationszüge prägten am Donnerstagabend das Wiener Stadtbild: die "Donnerstagsdemo" gegen die türkis-blaue Regierung, und die Gedenkveranstaltung zu den Novemberpogromen "Light of Hope". Im Rahmen der wöchentlichen Proteste gegen die aktuelle ÖVP-FPÖ-Regierung unter dem Titel "Am 8. November ist wieder Donnerstag!" wurde aber auch der Opfer der Nazis gedacht. So wurde etwa vor dem Polizeianhaltezentrum an der Rossauer Lände an jene Jüdinnen und Juden erinnert, die im Zug der Novemberpogrome in das dortige Polizeigefängnis gebracht wurden.

Kritik wurde laut, dass die Polizei anfangs Buhrufe gegen den Nationalratspräsidenten Wolfgang Sobotka der falschen Gruppe zugeordnet hätte. Viele wunderten sich über die sozialen Medien. So schrieb ein User etwa: "So kann man es sich natürlich leicht machen, nicht die Gedenkbesucher hätten Sobotka ausgebuht sondern linke Demonstranten (wobei schön darauf geachtet wird zu suggerieren, dass diese nicht zur Veranstaltung gehören würden...???). Warum die Polizei diese offensichtliche Falschdarstellung unterstützt, ist mir ebenfalls unverständlich..."

Sobotkas Sprecher stellte unter Berufung auf die Polizei via APA klar: Bei den Demonstranten, die Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka (ÖVP) am Donnerstagabend bei der "Light of Hope"-Kundgebung beschimpft und ausgebuht haben, habe es sich um Donnerstags-Demonstranten gegen die türkis-blaue Regierung gehandelt.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Judenplatz sprachen neben Regierungsvertretern wie Sobotka und Staatssekretärin Karoline Edtstadler (ÖVP) auch IKG-Präsident Oskar Deutsch und Oberrabbiner Arie Folger, sowie österreichische Holocaust-Überlebende.

Parlamentsempfang
Zum Gedenken an die Novemberpogrome im Jahr 1938 findet in Anwesenheit von Bundespräsident Alexander Van der Bellen im Parlament in der Hofburg ein Empfang für österreichische Shoah-Überlebende aus Israel statt. Diese besuchen in diesen Tagen auf Einladung von Bundeskanzler Sebastian Kurz Wien. Zur Begrüßung spricht Nationalratspräsident Wolfgang Sobotka.

Gegenüber der israelischen Botschafterin Talya Lador-Fresher hatte Sobotka schon bei ihrem Antrittsbesuch im Parlament im Frühjahr unterstrichen, dass Österreich auch in Zukunft alle Anstrengungen unternehmen werde, um das Erinnern an die Shoah und seine historische Verantwortung wach zu halten. Lador-Fresher schließt mit ihren Grußworten an die Einleitung des Nationalratspräsidenten an.

Im Mittelpunkt der Gedenkveranstaltung steht die Rede des aus Wien stammenden US-amerikanischen Rabbiners Arthur Schneier. Worte zum Gedenken kommen außerdem von Bundeskanzler Sebastian Kurz. Darüber hinaus wird Architekt Kurt Y. Tutter Einblicke in die geplante Shoah Namensmauern Gedenkstätte in Wien geben. Das Selini-Quartett umrahmt die Veranstaltung musikalisch.

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(red)

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Die beliebtesten Leser-Kommentare

  • Reini am 09.11.2018 11:04 Report Diesen Beitrag melden

    Gerade unere linke Elite

    disqualifiziert sich aufs Gröbste. Den Verlust der "Macht" mit teuren Demos am Leben erhalten ist eine Frechheit sondergleichen. So wie damals schon die Sanktionen gegen Österreich bestellt wurden.

  • Denker am 09.11.2018 11:07 Report Diesen Beitrag melden

    Achtsam in die Zukunft

    Vielleicht sollte man diese ganzen Gedenkveranstaltungen in Zukunft ruhen lassen. Schuld an den Greueltaten hatten damals Diktatoren und deren einzelne Handlanger, und nicht ein ganzes Volk, das zu Millionen als Soldaten in den Krieg gezwungen wurden und grausam umgekommen sind und in ausgebombten Häusern im Elend Frau und Kind hinterlassen haben. Wir sollten vielmehr jetzt in der Gegenwart achtsam zusammenhalten, um eine Spaltung zwischen links und rechts zu verhindern, die leider von Linken Gruppen derzeit angeheizt wird.

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  • Tim Braverman am 09.11.2018 11:37 Report Diesen Beitrag melden

    Und nach wie vor

    hat keiner die Kraft diese paar frechen linken Hanseln in die Schranken zu weisen...

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Die neuesten Leser-Kommentare

  • PeterKarl am 12.11.2018 08:10 via via Mobile Report Diesen Beitrag melden

    Buh Rufe..

    Der Wortschatz der Studierenden und AMSler.

  • hans am 11.11.2018 13:05 Report Diesen Beitrag melden

    richtig!

    Vollkommen RICHTIG! Diese Regierung ist eine Frechheit und diese Burschenschafter gehören nicht auf eine Gedenkveranstaltung für den NS Terror, genau dieser soll ja jetzt unter neuem Namen wieder eingeführt werden. Kurz ist eine Schande!

  • harald am 10.11.2018 04:03 Report Diesen Beitrag melden

    Die Österreicher und der Ruf

    Nachdem die Österreicher, lt. Aussage Einiger, einen weltweiten schlechten Ruf haben, verwundert das nicht

  • Ichlebenoch am 09.11.2018 19:55 Report Diesen Beitrag melden

    Was für eine Bezeichnung?

    Licht der Hoffnung hört sich wesentlich kuscheliger an finde ich.

  • Hackler am 09.11.2018 17:01 Report Diesen Beitrag melden

    Charakter

    Tollen Charakter haben diese linken Demonstrierer! War aber nicht anders zu erwarten.