NFL-"Bad Boy" Brown tritt zurück – und teilt aus

Die Vorwürfe wiegen schwer: Vergewaltigung, Belästigung, Bedrohung. Nach den jüngsten Enthüllungen beendet der tief gefallene Football-Star seine Karriere.
Jahrelang war Antonio Brown eine der größten Sensationen im American Football. Er fing Pässe wie kein anderer, kaum ein Highlight-Video kam ohne Aktionen oder Touchdowns des Wide Receivers aus. Nun aber sorgte der 31-Jährige dafür, dass er bei all seinen sportlichen Verdiensten als "Bad Boy" in die Historie eingehen wird.

Nach immer neuen Eklats rund um Vorwürfe der Vergewaltigung und Bedrohung beurlaubten die New England Patriots den Skandalprofi, der daraufhin sein Karriereende in der NFL verkündete – und via Twitter mit Rundumschlägen etliche Personen attackierte.

Attacken auf die Teambesitzer

So spektakulär der Passempfänger auf dem Feld agierte, so laut verabschiedete er sich auch in die – vorläufige oder endgültige? – Football-Rente. In seinem Abschiedstweet ("Ich werde nicht mehr in der NFL spielen") attackierte der 31-Jährige die Teambesitzer und warf ihnen vor, ihm Gehalt in Millionenhöhe vorzuenthalten.

CommentCreated with Sketch.0 zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Brown war im Frühjahr von den Pittsburgh Steelers zu den Oakland Raiders gegangen. Nach etlichen Eklats warfen ihn die Kalifornier raus – eine vereinbarte Fixzahlung von fast 30 Millionen Dollar strichen die Raiders wegen der Vergehen des Spielers. Die Patriots holten Brown und erfuhren, dass ihn eine Physiotherapeutin wegen Vergewaltigung verklagt. Berichten zufolge will auch New England dem Profi eine Prämie von neun Millionen Dollar nicht zahlen.



Die Patriots um Quarterback Tom Brady und Coach Bill Belichick sind bekannt, schwierige Spieler integrieren zu können. Dann aber warf eine weitere Frau Brown Belästigung vor, er soll sie daraufhin bedroht haben. Die Patriots feuerten Brown, die NFL ermittelt.

"Das System arbeitet effektiv"

Der Wide Receiver bestreitet die Vorwürfe, via Twitter teilte er aber weiter aus: Er erinnerte, dass gegen Patriots-Besitzer Robert Kraft in Florida wegen Förderung von Prostitution ermittelt wird und dass sein ehemaliger Mitspieler Ben Roethlisberger 2010 wegen des Vorwurfs eines sexuellen Übergriffs für vier Spiele gesperrt wurde. Außerdem kommentierte er einen Bericht, wonach ein "Sports Illustrated"-Autor nach der Enthüllung gegen Brown bedroht wurde, mit der Aussage: "Das System arbeitet effektiv." Die Tweets wurden inzwischen gelöscht.

Um Football geht es bei dem tief Gefallenen nicht mehr – dabei waren sich vor den jüngsten Skandalen Experten einig, dass er zusammen mit den Patriots auf dem Weg zum Super Bowl nicht aufzuhalten sein wird. Nun ist Brown der große Verlierer.

(dpa)

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