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"Cowboy" Walchhofer überrascht bei Ski-Rodeo

Heute Redaktion
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Damit haben wohl nur wenige gerechnet: Michael Walchhofer gewinnt bei schlechten Sichtverhältnissen den Super-G in Val d'Isere. Benjamin Raich macht wichtige Punkte für den Gesamtweltcup.

Schlechte Sicht und eine schwere Kurssetzung vom Schweizer Flatscher, damit haben die Fahrer beim Super-G auf der Face Bellevarde in Val d'Isere zu kämpfen. Von den ersten zehn Fahrern fallen fünf aus. Ein wahres Ski-Rodeo.

Die Athleten werden von der Piste abgeworfen, wie sonst nur Cowboys von wildgewordenen Stieren. Darunter der Österreicher Georg Streitberger, der mit der Startnummer eins ins Rennen geht. Das prominenteste Opfer ist der eidgenössische Shootingstar Carlo Janka, der ebenfalls frühzeitig die Segel streichen muss.

Walchhofer fängt Ligety ab

Ausgerechnet Michael Walchhofer, den eigentlich niemand auf der Rechnung hat, weil ihm Val d'Isere normalerweise so gar nicht liegt, fängt den US-Amerikaner Ted Ligety ab. Walchhofer selbst hat aber auch seine Probleme. "Bei meinem Fehler im unteren Teil hatte ich ordentlich zu kämpfen, da habe ich mir gedacht, dass es kein Spitzenplatz wird, erklärt Walchhofer nach seinem Husarenritt.

Kein einziger Fahrer konnte den Routinier noch von Platz eins verdrängen. Der Salzburger gewinnt vor Ligety (+0,28) und dem Südtiroler Werner Heel (+0,75).

Raich fährt nicht auf Sieg

Benjamin Raich, der unmittelbar nach Walchhofer ins Rennen geht, schafft es ins Ziel und darf auch mit seiner Platzierung zufrieden sein. Mit 1,18 Sekunden Rückstand auf den Zauchenseer belegt Raich in der Endabrechnung den fünften Platz und macht wichtige Punkte für den Gesamtweltcup. Der Rückstand auf Janka beträgt nur noch 34 Punkte.

"Ich bin froh, dass ich im Ziel bin. Ich hatte ziemlich viel Angst. Auf Sieg bin ich heute nicht gefahren, das muss ich sagen, beichtet Raich. Nach dem zweiten Platz in Beaver Creek ein weiterer Spitzenplatz im Super-G. Hinter Raich landet Mario Scheiber auf dem sechsten Platz. Damit sind drei Österreicher unter den Top 10. Marcel Hirscher rundet als Elfter ein mannschaftlich starkes Resultat ab.

Ergebnis des Super-G:

1. Michael Walchhofer AUT 1:20,78

2. Ted Ligety USA 1:21,06

3. Werner Heel ITA 1:21,53

4. Patrick Staudacher ITA 1:21,92

5. Benjamin Raich AUT 1:21,95

6. Mario Scheiber AUT 1:21,97


7. Aksel Lund Svindal NOR 1:22,21

8. Ales Gorza SLO 1:22,43

9. Didier Cuche SUI 1:22,45

. Bode Miller USA 1:22,45

11. Marcel Hirscher AUT 1:22,48

12. Didier Defago SUI 1:22,61

13. Manfred Mölgg ITA 1:22,73

Out u. a.: Georg Streitberger (AUT), Hannes Reichelt (AUT), Florian Scheiber (AUT), Robbie Dixon (CAN), Francois Bourque (CAN), Tobias Grünenfelder (SUI), Carlo Janka (SUI), Marco Sullivan (USA), Eric Guay (CAN), Andrej Jerman (SLO), Adrien Theaux (FRA), Andrew Weibrecht (USA)