Marcel Hirscher hinterließ ein Riesenloch im ÖSV. Genau gesagt einen Krater, den er lange zudeckte – mit Siegen! "Heute"-Skiexperte Marc Girardelli über die Krise: "Schröcksnadel hat nur eine Chance."
Als ich Manuel Feller zu Platz 28 in Garmisch fahren sah, tat er mir leid. Mit einem Hinterrad-Antrieb bist du chancenlos auf Schnee, da muss ein Allrad her. Feller griff an, seine Energie verpuffte, zu spät brachte er die Ski um die Tore.
„"Feller ist nicht das Problem, sein Wut-Rap schon gar nicht"“
Feller ist nicht das Problem, sein Wut-Rap schon gar nicht. Der Technik-Fehler im ÖSV ist auffällig. Die Position am Ski der Läufer ist zu oft nicht zentral. Das hat mit Verunsicherung zu tun, ist aber auch eine Einstellungssache. Je aktiver ich fahre, je mehr ich attackiere, desto weiter vorne belaste ich den Ski. Bei Feller wundert es mich, dass er mit dieser Technik so oft das Ziel sieht.
Die Krise geht aber tiefer. Es fehlt der Nachwuchs im Ski-Land Österreich. Zu meiner Zeit schossen junge, starke Fahrer wie Schwammerl aus dem Boden, heute erinnert mich das an einen schlechten Tag bei der Pilzsuche. Hier und da steht ein Schwammerl.
„"Skifahren ist teuer, Skifahren ist riskant"“
Peter Schröcksnadel hat nur eine Chance: Er muss Attraktionen bieten. Skifahren ist teuer, Skifahren ist Arbeit und Skifahren ist riskant. Das wissen die Eltern, das wissen die Kinder. Und das macht es nicht leichter für Schröcksnadel.
Ich arbeite heute immer wieder mit jungen Talenten. Beim Training fällt mir eines auf: Es geht nur ums Carven – von früh bis spät. Schlimmer als Schwimmen finde ich das.
Buckelpiste- oder Tiefschneefahren können heute viele Junge nicht mehr. Dabei wäre das wichtig. Es schult die Technik und macht Spaß. Richtig gut wirst du nur mit Spaß. Das gilt auch für Manuel Feller.