"Haben keine Typen, die so ein Spiel drehen können"

Trotz einer starken Anfangsphase musste sich die Wiener Austria dem punktegleichen SK Sturm Graz in der Generali Arena mit 0:3 geschlagen geben. Der violette Coach Gerald Baumgartner vermisst Spielerpersönlichkeiten in seinem Team. Nun steht für die Veilchen das große Wiener Derby an.

Trotz einer starken Anfangsphase musste sich die Wiener Austria dem punktegleichen SK Sturm Graz in der Generali Arena Der violette Coach Gerald Baumgartner vermisst Spielerpersönlichkeiten in seinem Team. Nun steht für die Veilchen das große Wiener Derby an. 

mit ins Spiel gebracht, stark begonnen und hätten in Führung gehen müssen", haderte Austria-Coach Baumgartner mit der ersten großen Chance. "Mit individuellen Fehlern haben wir es Sturm dann auch leicht gemacht. Weil einige heute nicht ihre Leistung gebracht haben, mussten wir auch wechseln", so der 49-Jährige weiter. "Wir haben dann aber auch zu wenige Typen, die so ein Spiel in die andere Richtung drehen können."

Zumindest sah der Austria-Coach bei seinen Kickern den Willen: "Nach dem schnellen 3:0 war es schwer, zurück ins Spiel zu finden. Die Jungs haben aber alles versucht. Wir haben uns selbst auf die Verliererstraße gebracht." Es bleibt die Frage, wo die Typen, die Baumgartner vermisst, herkommen sollen: "Das ist eine gute Frage", wirkte der violette Coach ratlos, blieb aber eine Antwort schuldig.

Ins Derby geht der Austria-Coach trotzdem nicht mit einem schlechten Gefühl: "Wir haben sowieso nie Angst. Wir haben auch keine Angst vorm Derby." Bis Sonntag hofft Baumgartner, die Mannschaft wieder aufgerichtet zu haben: "Wir haben eine Woche Zeit, dann brauchen wir frische Köpfe und frische Körper." 

Foda: "Gute Leistung, aber einiges zu verbessern"

"Ich bin sehr zufrieden. Wir haben ein gutes Spiel abgeliefert. Am Anfang hatten wir etwas Glück, da hat Royer einen Fehlpass nicht genützt. Danach war Austria spielstark. Uns ist das 1:0 gelungen und dann waren wir konterstark, schnell im Umschaltspiel. Insgesamt bin ich zufrieden mit der Mannschaft. Aber es gibt noch einiges zu verbessern", bilanzierte Sturm-Coach Franco Foda gewohnt sachlich. 

Foda wechselte erst spät, gab nicht jungen Talenten die Chance, Spielpraxis in einer klaren Begegnung zu sammeln: "Das kann man nur verstehen, wenn man selbst Trainer ist. Austria Wien hätte den Anschlusstreffer erzielen können, dann wäre es eng geworden. Außerdem hat die Mannschaft sehr gut funktioniert, die wollte ich nicht auseinander reißen."

Rotpuller: "Fußball ist manchmal so"

"Der Beginn war ja nicht schlecht, aber dann haben wir uns mit zwei individuellen Fehlern selbst bestraft, haben zu wenig Ballsicherheit ausgestrahlt", schüttelte Lukas Rotpuller den Kopf. "Wir haben Konter zugelassen, Tore bekommen und absolut nicht mehr in die Spur gefunden." Sein Team bleibt dem Innenverteidiger weiter ein Rätsel: "Ich weiß auch nicht, wo unser Selbstvertrauen hin ist. Aber okay, Fußball ist eben manchmal so. Wir hatten den Ball und waren verunsichert, das hat man richtig gemerkt."

"Wir haben uns zwei Tore durch Eigenfehler selbst gemacht", schüttelte auch Marco Meilinger nach der Partie den Kopf. "Für die zweite Halbzeit wollten wir uns noch einmal motivieren, aber es ist nichts gelungen. Am Sonntag ist Wiener Derby. Jetzt haben wir eine Woche Zeit, um uns zu sammeln und neu zu motivieren." Dass ein Austria-Kicker noch nicht weiß, was es am Verteilerkreis geschlagen hat, glaubt Meilinger nicht: "Ich glaub, jedem ist der Ernst der Lage bewusst. Wir können nur weiter Leistung bringen und positiv in das nächste Spiel gehen."

Abgangsapplaus für Stankovic

Bei seiner Auswechslung gab es auch vom Austria-Anhang einen Abgangsapplaus für Ex-Veilchen Marko Stankovic, der sich auch mit einem Treffer in die Torschützenliste eingetragen hatte. "Darauf bin ich schon stolz, dass ich von allen Seiten heute nur positives Feedback bekommen habe, nicht nur von den Eigenen." Für "Stanko" hätte es nicht besser laufen können: "Wir haben heute alles richtig gemacht. Wir haben genau das getan, um die Austria heute zu schlagen."

Nach den Pleiten gegen den Austria-Erzrivalen ist der Sieg Balsam auf der Grazer Seele: "Wir haben zwar gegen Rapid ganz okay gespielt, aber wenn man verliert, ist das auch wertlos. Heute haben wir uns selbst bewiesen, was möglich ist. Wenn wir als Mannschaft nur ein Prozent weniger geben, dann sind wir als Mannschaft verloren. Das haben uns die Niederlagen gegen Rapid gezeigt. Wir müssen aber demütig bleiben."

Markus Weber

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