"Hermann Maier hätte es heute sehr schwer"

Hermann Maier mit Langzeit-Trainer Andreas Evers: "Hermann war der Konsequenteste. Ohne seinen Unfall wäre er in andere Dimensionen vorgestoßen."
Hermann Maier mit Langzeit-Trainer Andreas Evers: "Hermann war der Konsequenteste. Ohne seinen Unfall wäre er in andere Dimensionen vorgestoßen."Bild: GEPA-pictures.com

Der erfolgreichste Ski-Trainer! Der Salzburger Andreas Evers machte aus Hermann Maier, Benni Raich, Bode Miller oder Beat Feuz Sieger. Jetzt macht er die Deutschen schnell. „Heute" fragte: Wer war der Beste?

"heute.at": Du hast die Besten der Besten trainiert: Maier, Miller, Raich, Walchhofer oder Feuz. Wer war der Allerbeste?

Andreas Evers: "Jeder war anders. Maier war der Konsequenteste. Er hat den Skisport professionell gemacht. Ohne seinen Unfall wäre er in andere Dimensionen vorgestoßen. Walchhofer war im Kopf der Beste. Du bist mit dem Auto am Ortsschild des Weltcup-Orts vorbeigefahren und er war im Tunnel."

Miller war der Verrückteste

Wer war der Verückteste?

"Schon der Miller. Er baute Ski um. Jeder wusste, das kann nicht gehen. Er hatte verrückte Ideen, stand sich damit oft selbst im Weg. Feuz ist das Gegenteil. Ruhig. Dann steht er am Start, legt einen Schalter um, explodiert."

Seit dieser Saion trainierst du nach Österreich, USA, Schweiz und Tina Weirather die Deutschen. Die schwierigste Aufgabe?

"Als Österreicher die Deutschen auf Ski schnell machen? (lacht). Nein. Wir belächeln unsere Nachbarn auf der Piste gerne. Seit Kitzbühel und dem Sieg von Dreßen gibt es keinen Grund dazu. Thomas hat heuer gleich beim Comeback gewonnen. Er ist noch nicht bei 100 Prozent, hat großes Potenzial."

Im ÖSV werden die Fahrer zu sehr unterstützt

Fehlt dir das Ski- Schlaraffenland ÖSV?

"Nein. Ich finde, sie machen zu viel, unterstützen die Fahrer zu sehr. Mit Dingen, die nicht notwendig sind. Es geht um das schnelle Skifahren, das ist einfach. GPS oder Gegenhangkameras machen es oft nur schwerer."

Kristoffersen steht sich selbst im Weg

Siehst du einen neuen Hirscher?

"So eine Karriere ist wieder möglich. Dafür braucht es aber den Athleten und den sehe ich derzeit nicht. Pinturault lässt zu oft aus. Kristoffersen wird in Interviews nicht zu Hirscher gefragt, fängt selbst von ihm zu reden an. Das ist nicht gut für den Kopf, er steht sich selbst im Weg."

Du bist mehr als 20 Jahre als Coach im Ski-Weltcup. Was hat sich am meisten verändert?

"Social Media. Alles ist braver geworden. Maier hätte es heute sehr schwer, er siegte genau zur richtigen Zeit."

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