"Napoli-Sportdirektor schlug mir ins Gesicht!"

Unter Adi Hütter hat Jonathan de Guzman in Frankfurt sein Glück gefunden. Doch zuvor musste er in Neapel noch Prügel des Sportdirektors einstecken.

Seit Adi Hütter den Niederländer Jonathan de Guzman bei Eintracht Frankfurt in die Startelf beordert hat, läuft es für den amtierenden deutschen Pokalsieger wieder – wie fünf Siege aus den letzten sechs Spielen beweisen.

Balsam auf der Seele von De Guzman, der bei seinem vorherigen Klub SSC Napoli noch Unglaubliches erdulden musste. Nach einer starken WM 2014 wechselte der Mittelfeldspieler an den Fuße des Vesuvs, wo zunächst auch alles nach Plan verlief. Doch nach einem halben Jahr wurde alles anders. De Guzman klagte über Schmerzen im Bauch, doch Napolis Klubarzt Alfonso de Nicola verweigerte eine Diagnose und verschrieb seinem Schützling stattdessen eine Diät. Die Bauchschmerzen blieben, doch der italienische Spitzenklub verbat De Guzman die Meinung eines zweiten Arztes einzuholen.

Diät statt Diagnose

Schmerzen plagten ihn weiter unablässig, doch die medizinische Abteilung schrieb ihn wieder gesund. "Sie dachten, ich hätte es mir ausgedacht. Das wurde mir so oft gesagt, dass ich anfing, an meinem eigenen Körper zu zweifeln. Es war krank", klagt der heutige Bundesliga-Profi an.

In Neapel fand sich De Guzman bald auf dem Abstellgleis wieder, Sportdirektor Cristiano Giuntuli erklärte ihm, dass er "weg, weg, weg" muss. Doch De Guzman verweigerte die Verhandlungen mit zwei englischen Klubs, ihm war seine Gesundheit wichtiger als ein Wechsel. "Wenn Sie nicht unterschreiben, wird er wirklich wütend. Dann sind sie in Napoli gestorben, Sie werden nicht mehr spielen", warnte ihn der Assistent von Sportdirektor Giuntuli.

"Wir kämpften, Stühle fielen um"

De Guzman ließ sich aber nicht einschüchtern, und so kam es zum vorhergesagten Disput mit Giuntuli. "Ich war im Umkleideraum und er rief: 'Hey, Pezzo di Merda, komm her'. Wir gingen in die Spielerlounge, wo er sagte: 'Sie haben versprochen, Sie würden gehen'. Ich antwortete, ich hätte gar nichts versprochen", erinnert sich der Holländer.

Giuntuli rastete daraufhin aus. "Er schlug mir plötzlich einfach ins Gesicht. Wir kämpften, Stühle fielen um", erinnert sich De Guzman, der vom Vereinsgelände flüchtete. Er wurde aus dem Team verbannt, durfte nur noch Laufeinheiten absolvieren, Mitspieler halfen ihm aus Angst vor den Klub-Bossen nicht. Nach einer Leidenszeit von mehreren Monaten durfte De Guzman endlich einen anderen Arzt aufsuchen – der nach "zehn Minuten" eine Hernie diagnostizierte und dem Niederländer eine Operation nahe legte.

Napoli schweigt zu den Vorwürfen

Doch diese verweigerten ihm die Napoli-Bosse. Erst als er nach Carpi verliehen wurde, durfte er sich der dringend benötigten Operation unterziehen.

Mit dem Wechsel nach Frankfurt fand die Leidenszeit von De Guzman im Sommer 2017 endlich ein Ende. Sein Ex-Klubs Napoli schweigt bis heute zu den ungeheuerlichen Vorwürfen. (Heute Sport)

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