"Rohrzangen-Ritual": Jetzt ermittelt der Staatsanwalt

Nach den Enthüllungen von brutalen Aufnahme-Ritualen im Handball wird nun die Justiz tätig. Der Staatsanwalt ermittelt.
Es klingt wie brutale Folter aus einem Hollywood-Blockbuster. Doch für einige Handball-Talente war es pure Realität.

Wieder einmal sorgt ein brutales Ritual im Sport für Schlagzeilen. Diesmal in der Handball-Nachwuchsakademie des deutschen Traditionsklubs Flensburg-Handewitt. Den Stein ins Rollen gebracht hatte Ole B., der 2015 in die Talentschmiede kam und im März 2016 selbst Opfer wurde und Ende 2016 Flensburg wieder verließ.

Das "Zangen-Ritual"



CommentCreated with Sketch.0 Zu den Kommentaren Arrow-RightCreated with Sketch. Das ehemalige Talent enthüllte dabei das "Zangen-Ritual", das jahrelang in Flensburg praktiziert worden war. Dabei werden die Brustwarzen der jungen Handballer mit einer Rohrzange gequetscht.

Drei oder vier Mitspieler seien demnach auf Ole losgegangen, hätten ihn aufs Bett gepresst, ihm sein T-Shirt ausgezogen und losgelegt. "Wenn du dich wehrst, tut es noch mehr weh", hätten die Täter demnach gesagt. Ole B. musste nach seinem Abgang aus Flensburg psychologisch betreut werden. Er spielt heute kein Handball mehr.

Staatsanwaltschaft ermittelt



Nach den Enthüllungen wurde nun die Flensburger Staatsanwaltschaft aktiv. "Wir haben ein Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung eingeleitet", erklärte die Sprecherin Stephanie Gropp. Der Dezernent habe die Akademie besucht, um die Personalien zu klären. "Es geht zunächst darum, den Sachverhalt zu klären", so die Sprecherin zum "Spiegel".

Das brutale "Zangen-Ritual" sei jahrelang im Flensburger Handball-Nachwuchs praktiziert worden. Erst im März 2016 habe die Akademieleitung davon erfahren, den Vorfall aufgearbeitet und Präventionsmaßnahmen gesetzt. (wem)

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