"Sieg Heil", Hitlergruß: Freispruch für Inter-Fans

Beim Europa-League-Spiel zwischen Rapid und Inter Mailand am 14. Februar sollen vier Fans "Sieg Heil" gerufen und den Hitlergruß gezeigt haben. Vor Gericht kamen die Inter-Fans ohne Strafe davon.

Die vier Männer im Alter zwischen 31 und 35 Jahren mussten sich am Montag vor dem Wiener Landesgericht rechtfertigen. Nach einer kurzen Beratung der Geschworenen wurden sie einstimmig freigesprochen. Begründung: Die Beweislage würde für eine Verurteilung nicht ausreichen.

Die Angeklagten hatten die Vorwürfe gegen sie bestritten: "Wir haben nur Inter-Lieder gesungen. Und Studentenlieder, zweideutige Lieder." Deswegen sei auch der Hitler-Gruß ein Missverständnis gewesen. Bei den Liedern heben man manchmal die Hand. "Auch die rechte, je nachdem, wo ich das Bier habe."

Richter Georg Olschak outete sich übrigens als Rapid-Fan und ließ sich die Inter-Fangesänge im Saal demonstrieren. Verteidiger Manfred Arthofer betonte, dass bei der Befragung der Angeklagten kein gerichtlich beeideter Dolmetscher anwesend gewesen sei. Über die Protokolle sagte einer der Polizei-Beamten: "Die Einvernahmen waren vorgefertigt. Wir haben sie durchgeschaut, dann unterfertigt." Auch die Aussagen der Beamten im Zeugenstand fielen nicht einheitlich aus.

Richter Olschak meinte: "Wir spielen uns hier als Wahrer des Rechtsstaats auf. Das schaut hier nicht nach Rechtsstaat aus, was das Landesamt für Verfassungsschutz da produziert hat."

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