"Top-Mannschaft & neues Stadion – das geht nicht"

Die Wiener Austria taumelt durch die Bundesliga. Nach dem Europacup-Aus auf Zypern setzte es mit dem 1:1-Remis gegen Schlusslicht Admira den nächsten Nackenschlag. Für den neuen violetten Sportvorstand Peter Stöger ist die wirtschaftliche Lage der Veilchen der Hauptgrund für die sportliche Talfahrt.

In einer ersten Analyse nach einem knappen Monat im Amt strich Stöger vor allem das enge Budget des Rekord-Cupsiegers heraus. "Es hat damit zu tun, dass wir dieses tolle Stadion hierher gebaut haben", so der 53-Jährige in einem Podcast der Veilchen.

"Die Austria ist nicht in der Situation – das gilt auch für die grüne Konkurrenz – eine Top-Top-Mannschaft auf die Beine stellen und ein neues Stadion bauen zu können. Das geht in München, wo um zig Millionen ein Nachwuchszentrum gebaut wird und du trotzdem eine Meistermannschaft stellen kannst. Aber irgendwo gehen Ressourcen verloren. Es ist ein Schmuckkasterl gebaut worden, doch das macht es für andere Entwicklungen nicht leichter."

Stöger sieht notwendige Investitionen in die violette Infrastruktur vorrangig. "Es stellt sich die Frage: Was ist wichtiger? Gibt man über den Fansektor ein Wellblechdach drüber und investiert in die Mannschaft, um eine oder zwei Platzierungen besser zu sein, oder investiert man in die Infrastruktur mit der Hoffnung, dass es sportlich weiter läuft. Wir bauen hier eine Infrastruktur auf, die aus Sicht einfach notwendig ist, wo man dann auch ein Tal durchschreiten muss."

Dabei nimmt der neue violette Sport-Boss auch die Fans in die Pflicht. "Wir würden uns leichter tun, wenn die Fans sagen: Das ist eine tolle Geschichte, wir wissen, dass es sportlich schwierig ist, aber die Hütte ist jede Woche voll – aber das ist halt in Wien nicht so."

Der violette Negativ-Lauf kostet Stöger auch wertvolle Zeit. "Nach einem Sieg wie in Mattersburg rufen mich relativ wenig Leute an, wenn wir verlieren, läutet das Telefon und Menschen sagen mir, wie es geht. Ein negatives Erlebnis stiehlt mir Zeit und Ressourcen, um andere Dinge zu machen."

Trotzdem setzt der violette Sport-Boss auch den Spielern das Messer an. "An dem, was ich schon mal gesehen hab, messe ich sie. Das kann ich wieder verlangen. Da haben wir Nachholbedarf, sind zu schwankend."

Müssen also neue Verstärkungen her? "Eine Kaderergänzung wird auf keinen Fall geholt. Es muss ein Spieler sein, der sofort die Qualität erhöht. Und davon gibt es nicht viele." (wem)

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