0:3! Bärenstarke Grazer schlagen Austria Wien

Die viel zitierte "Woche der Wahrheit" ging für die Wiener Austria mit einer schmerzhaften Heimniederlage zu Ende. Das Team von Gerald Baumgartner musste sich in der Generali Arena Sturm Graz mit 0:3 geschlagen geben. Ex-Veilchen Stankovic und zweimal Djuricin sorgten für die Tore einer groß aufspielenden Grazer Mannschaft.
Die viel zitierte "Woche der Wahrheit" ging für die Wiener Austria mit einer schmerzhaften -Heimniederlage zu Ende. Das Team von Gerald Baumgartner musste sich in der Generali Arena Sturm Graz mit 0:3 geschlagen geben. Ex-Veilchen Stankovic und zweimal Djuricin sorgten für die Tore einer groß aufspielenden Grazer Mannschaft.

Sascha Horvath und Tarkan Serbest, die es beide nicht in den Kader geschafft hatten, eine Autogrammstunde. 

Sturm Graz startete druckvoll ins Spiel, stand hoch und versuchte gegen das Aufbauspiel der Austria zu pressen. Der Spielweise von Coach Gerald Baumgartner entsprechend kamen die Veilchen über schnelle Angriffe zu Torchancen. In der dritten Minute kam Meilinger nach Royer-Querpass nicht ideal zum Abschluss, eine Minute später scheiterte der freie Damari am in seinen Schuss rutschenden Lukas Spendlhofer. In der siebenten Minute musste Austria-Keeper Lindner nach schönem Lochpass gegen Ex-Veilchehn Stankovic retten. 

Druckvolles Spiel brachte Sturm in Führung

Die Partie blieb flott und hochklassig. Die Gastgeber versuchten gegen den Druck der Grazer mit schnellem Kombinationsspiel die Lücken zu finden. In der neunten Minute brachte Daniel Royer eine Maßflanke in den Strafraum, Michael Madl musste vor Damari klären. Das druckvolle Spiel der Grazer machte sich in der 15. Minute bezahlt. Djuricin scheiterte an Lindner, der nach vorne abklatschen ließ, mit dem Nachschuss blieb auch Hadzic hängen, erst der dritte Versuch durch Stankovic landete im Tor - 0:1.

Der erste Gegentreffer nach zwei Zu-Null-Siegen nahm den Violetten den Wind aus den Segeln. Die Kombinationen liefen nicht mehr so flüssig. Sturm blieb in Kontern gefährlich. In der 26. Minute schloss Daniel Beichler einen Gegenangriff nur knapp neben das Tor ab. Keine zwei Minuten später scheiterte Thorsten Schick an der Querlatte. Im Gegenzug war Sturm-Schlussmann Christian Gratzei bei einem Koch-Hammer aus 25 Metern zur Stelle. 

Grazer legten vor der Pause nach

Glück hatte Sturm Graz in der 34. Minute. Michael Madl traf mit einer Grätsche Omer Damari im Strafraum. Der Israeli ging nicht zu Boden, kam aber außer Tritt und nicht mehr zum Abschluss. Bei Alexander Grünwalds Volley-Versuch aus gut 20 Metern fehlten nur einige Zentimeter. In der Phase, in der die Austria wieder gefährlicher wurde, kamen die Grazer zum zweiten Treffer. Salamon spielte einen katastrophalen Fehlpass auf Hadzic, der setzte Djuricin, der Lindner keine Chance ließ (42.).

Die Pausenführung feierten auf den Rängen mit bengalischen Feuern. Mit dem Pausenpfiff durch Schiedsrichter Drachta prasselte ein Pfeifkonzert auf die violette Mannschaft nieder. Noch vor der Pause hatte Alexander Gorgon intensiv aufgewärmt, in Halbzeit zwei ersetzte der Jung-Papa Florian Mader. 

Entscheidung gleich nach der Pause

Nach Wiederbeginn brauchte die Partie etwas, bis sie wieder in Fahrt kam. Die Austria konnte nicht gefährlich werden, Sturm in Kontern schon. In der 54. Minute machte Marco Djuricin alles klar. Der Stürmer startete richtig ins Loch und versenkte den Ball im rechten Eck. Austria-Keeper Heinz Lindner war noch am Ball, konnte aber nicht mehr retten. "Wir haben die Schnauze voll", skandierte die Osttribüne nach dem dritten Gegentreffer. 

An Schnelligkeit und Intensität konnte die zweite Halbzeit nicht an Durchgang eins anknüpfen. Sturm verlagerte sich in die Defensive, die Austria lief an. Das Bemühen konnte man den Violetten nicht absprechen, doch es wollten kaum Offensivaktionen gelingen. Die Grazer blieben weiter im Konter gefährlicher. In der 71. Minute verzog Stankovic nur um einen halben Meter, Lindner wäre aber da gewesen.

Applaus für Stankovic

Auch die Einwechslungen von Harrer (für Grünwald) und Larsen (für Koch) konnten an der Niederlage nichts ändern. Bei der Auswechslung des Ex-Austrianers Marko Stankovic in der 86. Minute gab es auch von den Rängen der violetten Fans fairen Applaus. Keine Minute später hatte Meilinger nach Gorgon-Zuspiel die größte Chance Veilchen in Halbzeit zwei. Der Flügelflitzer verzog aus zehn Metern knapp am kurzen Eck vorbei.

Als Damaris Schuss in der 90. Minute von Gratzei sicher gefangen wurde, stand die Zu-Null-Niederlage der Austria endgültig fest. Nach Schlusspfiff machte die Osttribüne mit einem Pfeifkonzert ihrem Unmut Luft.

Markus Weber

Die Stimmen und die technischen Daten auf Seite 2:

Gerald Baumgartner (Austria-Trainer): "Wir sind mit der Euphorie von zwei Siegen ins Spiel gegangen. Wir waren 20 Minuten stark, dann haben wir es Sturm mit individuellen Fehlern leicht gemacht. Wir haben uns selbst auf die Verliererstraße gebracht, und wir haben offensichtlich zu wenige Typen in der Mannschaft, die solche Spiele dann noch drehen können. Die Situation ist schwierig, ich habe aber keine Angst, auch nicht vor dem Derby."

Franco Foda (Sturm-Trainer): "Ich bin sehr stolz, die Mannschaft hat ein tolles Spiel abgeliefert. Die Austria war 15 Minuten stark, mit dem 1:0 haben wir uns aber gefangen. Dann hat man gesehen, was in dieser Mannschaft steckt. Mit frühem Pressing haben wir die Austria zu ihren Fehlern gezwungen. Es gibt aber sicher noch einiges zu tun."

Marko Stankovic (Ex-Austrianer und Torschütze zum 1:0 für Sturm): "Heute haben wir alles richtig gemacht. Man muss zwar immer selbstkritisch sein, aber ich habe selten so gut gespielt wie heute. Wir haben die Konzentration 90 Minuten hoch gehalten, und dann sind wir eine starke Mannschaft. Mit nur einem Prozent weniger bekommen wir allerdings Probleme."

FK Austria Wien - SK Sturm Graz 0:3 (0:2)

Wien, Generali Arena, 9.052 Zuschauer, SR Drachta.

Tore: 0:1 (15.) Stankovic, 0:2 (42.) Djuricin, 0:3 (54.) Djuricin

Austria: Lindner - F. Koch (78. Larson), Sikov, Rotpuller, Th. Salamon - Holland, Mader (46. Gorgon) - Meilinger, A. Grünwald (58. Harrer), Royer - Damari

Sturm: Gratzei - Ehrenreich, Madl, Spendlhofer, Klem - Hadzic, Offenbacher (80. Piesinger) - Schick, M. Stankovic (86. Tadic), Beichler - Djuricin (91. Lovric)

Gelbe Karten: Sikov, Grünwald, Gorgon, Meilinger bzw. Ehrenreich, Offenbacher

Den Live-Ticker zum Nachlesen finden Sie auf Seite 3:

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