Das europäische Luftkampfsystem der Zukunft wird wohl nicht kommen. Das Future Combat Air System, kurz FCAS, sollte ab den 2040er-Jahren das Rückgrat der deutsch-französischen Luftverteidigung bilden. Doch daraus wird nun offenbar nichts.
Ein Führungsstreit zwischen den Rüstungsunternehmen Dassault aus Frankreich und Airbus aus Deutschland sowie unterschiedliche Anforderungen an das Flugzeug haben das ambitionierte 100-Milliarden-Euro-Vorhaben immer unwahrscheinlicher werden lassen.
Wie NTV berichtet, konnten von den Regierungen in Berlin und Paris eingesetzte Vermittler zuletzt keine Einigung erzielen. Es soll demnach zwei verschiedene Ergebnisberichte geben.
Dassault-Chef Eric Trappier pocht für sein Unternehmen auf eine Führungsrolle bei FCAS und auf einen deutlich höheren Anteil an der Entwicklung. Er verweist auf die Erfahrungen seines Konzerns beim Bau von Kampfjets, die Airbus als ziviler Flugzeugbauer nicht habe.
Deutschlands Kanzler Friedrich Merz hatte das Projekt im Februar erstmals offen infrage gestellt. Paris wolle nur ein Flugzeug bauen, das auf seine Bedürfnisse ausgerichtet sei. "Wenn wir das nicht lösen können, dann können wir das Projekt nicht aufrechterhalten", sagte Merz damals.
Zu dem Luftkampfsystem hätten neben dem gemeinsamen Kampfjet auch Drohnen und neuartige Kommunikationssysteme gehören sollen.
Der Jet sollte mit Tarnkappentechnik ausgestattet sein und bei der deutschen Luftwaffe den Eurofighter sowie bei den französischen Luftstreitkräften die Rafale ablösen. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und die damalige Kanzlerin Angela Merkel hatten das Vorhaben 2017 auf den Weg gebracht.