64 km/h schneller als erlaubt war ein Türke (47) mit seinem Ferrari SF90 Stradale (ab 435.000 Euro, 1.000 PS) in der Nacht auf Sonntag über den Franz-Josefs-Kai gebrettert – "Heute" berichtete. Der Führerschein war sofort weg, der Bolide kam zum Abschleppplatz in Simmering.
Da nutzte auch seine lahme Ausrede, der Wagen sei ganz neu und er ihn noch nicht gewohnt, wenig. Die 0,7 Promille beim Alkotest wirkten sich ebenfalls nicht förderlich aus.
Lange musste der Besitzer aber nicht ohne seinen neuen knallroten Flitzer sein: Montagmittag holte der 47-Jährige seinen Supersportler selbst bei der Abschleppgruppe in Wien-Simmering ab. Dabei soll sich der finanzkräftige Ferrari-Flitzer durchaus freundlich und korrekt verhalten haben. Die 323 Euro – 301 Euro für die Abschleppung plus 11 Euro Standgebühr pro Tag – dürften ihn nicht sonderlich in der Geldbörse geschmerzt haben.
Ob ihn die vermutlich nicht unerhebliche Polizeistrafe auch so kalt lässt, wird sich erst zeigen.
Weil der Türke "nur" 64 km/h zu schnell unterwegs war, wird der Ferrari – das mit rund 450.000 Euro wohl teuerste jemals in Wien abgeschleppte Auto – nicht versteigert. Dafür hätte er die erlaubte Höchstgeschwindigkeit im Ortsgebiet um mehr als 80 km/h überschreiten müssen, heißt es von der Polizei gegenüber "Heute".
Für die Abschleppgruppe der MA48 war der Fall zwar außergewöhnlich, eine Sonderbehandlung gab es für den sündteuren Supersportler aber nicht: "Wir haben eine sehr elegante Methode, die Fahrzeuge abzuschleppen", so Andreas Tesar, Leiter der Abschleppgruppe, zu "Heute". Dabei werden vier Stangen unter das Auto geschoben, drei Zentimeter Bodenfreiheit reichen aus. "Wir heben das Fahrzeug dann nur am Gummi an", erklärt Tesar.