Eigentlich war der Auftritt von Noam Bettan in der Halle noch relativ positiv aufgenommen worden. Viel Applaus, Jubel und eine grundsätzlich respektvolle Stimmung begleiteten seine Performance.
Doch bei der Punktevergabe kippte die Atmosphäre plötzlich komplett.
Als Israel mit 343 Punkten kurz vor Schluss überraschend an der Spitze lag und ein Sieg plötzlich realistisch wurde, brachen in der Wiener Stadthalle massive Buh-Rufe aus. Lauter als bei jedem anderen Moment des gesamten Abends.
Viele Zuschauer wirkten sichtbar angespannt, manche schüttelten den Kopf, andere pfiffen oder buhten lautstark.
Wie es zu dieser heftigen Reaktion kam? Mehrere Fans erklärten gegenüber "Heute", dass sich die Buh-Rufe nicht direkt gegen Noam Bettan persönlich gerichtet hätten. Vielmehr sei es um die politische Situation rund um Israel gegangen.
"Wir wollten einfach nicht, dass der ESC nächstes Jahr in Israel stattfindet", meinte eine Zuschauerin nach der Show. Eine andere sagte sogar: "Das wäre das Ende vom ESC gewesen."
Die Sorge vieler Fans: Der Wettbewerb könnte durch die aktuelle politische Lage noch stärker unter Druck geraten und weiter polarisiert werden.
Noam Bettan selbst reagierte auf die Situation überraschend ruhig. Laut Beobachtern nahm der Sänger die Reaktionen fast schon gelassen hin und erklärte später, es sei das gute Recht der Fans, ihre Meinung kundzutun.
Am Ende ging der Sieg an Dara aus Bulgarien mit ihrer Party-Nummer "Bangaranga".