Seit seiner ersten Verurteilung sitzt Lorenz K. (heute 25 Jahre alt, damals bei seiner Verurteilung wegen terroristischer Vereinigung 19) in Wien eine neunjährige Haftstrafe ab. In den letzten Jahren legte er ordentlich an Muskelmasse zu und tauschte Haare gegen Glatze. Seine radikale Gesinnung soll er indes nie abgelegt haben, hieß es beim neuen Prozess gegen den für viele mutmaßlich gefährlichsten IS-Mann in Österreich.
Vor seiner ersten Verurteilung soll der damals noch schlaksige junge Mann versucht haben, einen 13-jährigen Deutschen zu einem Anschlag zu verführen. Die geplante Selbstmordattacke auf einem deutschen Weihnachtsmarkt scheiterte, für Lorenz K. klickten die Handschellen. Die neue Anklage lautete nun unter anderem aus versuchte Bestimmung zum Mord und Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung.
So soll K., bereits in Haft, engmaschig überwacht und therapeutisch begleitet, unter anderem einem verurteilten Hamas-Terroristen, der ebenfalls ein Handy hatte, eine Anleitung zum Bombenbau geschickt haben. Beim Prozess leugnete der Angeklagte zwar die versuchte Anstiftung zum Mord, gestand aber die Verbrechen der terroristischen Vereinigung. Bereits im Vorfeld war klar: Der 25-Jährige könnte eine lebenslange Haftstrafe ausfassen.
Verhandelt wurde am Mittwoch stundenlang, es kam auch mehrmals zum Eklat. Bereits die Verhandlungstage zuvor hatte sich K. Schreiduelle mit dem Staatsanwalt geliefert. Am Mittwoch knallte K. ihm an den Kopf, er rede "blöde Schei**", wirkte extrem gereizt. Am späten Mittwochabend dann der Paukenschlag: Die Geschworen verurteilten K. zu 16 Jahren Haft. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.