Monatelang hatte eine über 50-jährige Steirerin zunehmende Beschwerden im Bauch. Was dahintersteckte, zeigte schließlich eine CT-Untersuchung im LKH Oststeiermark in Hartberg: Ein gewaltiger Tumor war vom linken Eierstock aus gewachsen und hatte nahezu den gesamten Bauchraum ausgefüllt.
Der Tumor war 40 Zentimeter groß und wog 18 Kilogramm. Durch seine enorme Größe wurden die Organe im Bauchraum stark verdrängt.
Aufgrund der außergewöhnlichen Ausmaße wurde die Patientin zur weiteren Behandlung an die Universitätsklinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Uniklinikum Graz überwiesen. Vom ersten CT bis zur Operation vergingen nicht einmal zwei Wochen.
Bei dem Eingriff war ein elfköpfiges Team aus Gynäkologen, Anästhesisten und OP-Pflege im Einsatz. Rund drei Stunden dauerte die Operation. Der Tumor konnte über einen Bauchschnitt vom Brustbein bis zum Schambein vollständig und intakt entfernt werden.
Doch während der Operation war zunächst eine entscheidende Frage offen: Handelte es sich um einen gutartigen oder einen bösartigen Tumor?
Dafür wurde Gewebe unmittelbar zur Untersuchung in die Pathologie gebracht. Normalerweise werden Proben am Uniklinikum über die Rohrpost transportiert. Bei einem 18 Kilogramm schweren Präparat musste diesmal allerdings ein schneller Botengang her. Wenige Minuten später stand das Ergebnis fest: Der Tumor war gutartig. Die Untersuchung ergab ein Zystadenofibrom.
"Die Größe eines Tumors sagt eigentlich nichts darüber aus, ob er gut- oder bösartig ist. In diesem Fall hatte der Tumor zwar nahezu den gesamten Bauchraum ausgefüllt und andere Organe massiv verdrängt, war aber zum Glück nicht in sie eingewachsen", erklärt der verantwortliche Chirurg, Univ.-Prof. Dr. Arnim Bader.
Die Patientin erholte sich gut von dem Eingriff. Bereits zwei Tage nach der Operation konnte sie das Krankenhaus wieder verlassen. Eine weitere Therapie ist nicht notwendig.
Die Nachsorge übernimmt das LKH Oststeiermark am Standort Hartberg.