Mitten in der Nacht

ÖBB-Zug fällt aus! Radler müssen durch Gewitter fahren

Nach einem Zugausfall strandeten zahlreiche Radfahrer in Tarvis. Ein steirisches Ehepaar fuhr schließlich mitten im Gewitter mit dem Rad nach Villach.
André Wilding
28.08.2026, 13:30
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Eigentlich sollte der Zug ein steirisches Ehepaar nach einer einwöchigen Radtour bequem nach Hause bringen. Stattdessen endete die Fahrt vorzeitig in Tarvis - und für die beiden begann eine nächtliche Tour durch das Gewitter.

Das Paar war laut "Kleine Zeitung" eine Woche lang als Bikepacker mit seinen Fahrrädern durch Österreich und Italien unterwegs gewesen. Für die Heimreise hatten die Steirer eine Zugverbindung von Udine über Villach gebucht. Die Abfahrt in Udine war für 17.15 Uhr vorgesehen.

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Doch daraus wurde nichts. "Dann hieß es, dass es im Raum Tarvis Unwetter gibt und sich die Abfahrt wegen Beschädigungen auf der Strecke verzögert", schildert der Steirer im Gespräch mit der "Kleinen Zeitung". Erst zwei Stunden später konnte der Regionalexpress losfahren.

In Tarvis war plötzlich Schluss

Kurz vor Tarvis folgte die nächste Hiobsbotschaft. "Es hieß plötzlich, dass die ÖBB den Zug in Tarvis wegen der Verspätung nicht wie geplant übernehmen können und alle aussteigen müssen", erzählt der Steirer gegenüber der Tageszeitung. "Nähere Details gab es nicht, der Schaffner im Zug sagte, dass er bei den ÖBB leider niemanden erreicht."

Für die Weiterfahrt nach Villach standen zwar Ersatzbusse bereit. Für zahlreiche Reisende gab es allerdings ein entscheidendes Problem: Fahrräder konnten nicht mitgenommen werden.

"Aber in den Bussen war keine Fahrradmitnahme vorgesehen. Im Zug waren aber Dutzende Radfahrer, die damit alle am Bahnhof in Tarvis gestrandet waren", wird der Steirer in der "Kleinen Zeitung" zitiert.

Das steirische Ehepaar suchte daraufhin nach einer Unterkunft. Doch auch diese Möglichkeit fiel weg, weil in Tarvis kein Hotelzimmer mehr zu bekommen war.

Mit dem Rad durch das Gewitter

Damit blieb für die beiden nur noch eine andere Möglichkeit. Trotz des weiterhin tobenden Gewitters machten sie sich mit ihren Fahrrädern auf den Weg nach Villach. Auch mehrere andere gestrandete Radfahrer entschieden sich für diese Variante.

"Über uns haben die Blitze gezuckt, es war wirklich grenzwertig", berichtet der Sportler in der Tageszeitung. Gegen Mitternacht erreichten die Betroffenen schließlich Villach. Weitere Zwischenfälle gab es nicht.

Der Ärger über die Situation blieb allerdings: "Wie kann es sein, dass man auf einer Zugstrecke, die unter Radfahrern besonders beliebt ist, einfach strandet, ohne weitere Kommunikation von den Betreibern?"

ÖBB entschuldigen sich

Die ÖBB bedauern den Vorfall. "In solchen Situationen muss ein Schienenersatzverkehr teilweise sehr rasch organisiert werden. Dabei ist die Mitnahme von Fahrrädern leider nicht immer möglich", heißt es seitens des Unternehmens gegenüber der "Kleinen Zeitung".

Man könne nachvollziehen, dass die Situation für die betroffenen Fahrgäste unangenehm gewesen sei. "Die ÖBB bemühen sich in solchen Fällen, rasch eine möglichst gute alternative Beförderung zu organisieren", erklären die Bundesbahnen in der Tageszeitung.

Bei den betroffenen Kunden entschuldigen sich die ÖBB ausdrücklich.

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