Eigentlich wollte Wiener András S. (29) seinen Tagestrip nach Budapest am 1. Juli in vollen Zügen genießen – doch dieser Wunsch ging anders in Erfüllung als gehofft. Auf der Heimfahrt nach Österreich wurde schnell klar: In den Garnituren der ÖBB wich der Genuss dem Ärger.
Um 20:50 Uhr stieg András in den Zug Richtung Wien ein, doch das erste Problem ließ nicht lange auf sich warten. "Wegen eines Oberleitungsschadens blieben wir nach 60 Minuten Fahrt in Tatabánya (Ungarn) eine Stunde stehen", schildert der 29-Jährige im "Heute"-Talk. Damit nahm das Chaos seinen Lauf. Mühsam wurde der Zug wieder zum Fahren gebracht, schaffte es jedoch nur knapp bis zur nächsten Stadt an der Grenze. In Hegyeshalom war schließlich wieder Stopp – diesmal endgültig.
"Laut Auskunft der ÖBB wurde uns versprochen, dass uns jetzt ein Schienenersatzverkehr weiterbringen würde", schildert der Reisende. Fehlanzeige, denn die versprochenen Busse kamen laut András nie! Bis kurz vor Mitternacht wartete der Wiener also verzweifelt auf Informationen seitens der Zuggesellschaft.
Dann kam der Schock: "Man teilte uns mit, wir müssten die Nacht im Zug verbringen, der Schienenersatzverkehr würde nicht kommen", erinnert er sich. "Nicht einmal gratis Wasser oder Essen haben sie ausgegeben – man hätte dafür zahlen müssen."
Schließlich beschloss András frustriert, sich selbst um einen Transport nach Hause zu kümmern. "Ich habe dann für mich und ein paar andere ein Taxi für 180 Euro zum Wiener Flughafen gerufen", so der 29-Jährige. Für weitere 30 Euro brachte ihn anschließend ein Taxi endlich nach Hause.
Besonders ärgerlich: Eine finanzielle Kompensation will András von den ÖBB bislang noch nicht erhalten haben. "Heute" erkundigte sich bei der Zuggesellschaft nach dem Vorfall. Der lange Aufenthalt sei einem Unwetter geschuldet gewesen, einen Schienenersatzverkehr habe es jedoch sehr wohl gegeben.
"Konkret wurde ein Schienenersatzverkehr mit vier Bussen zwischen Hegyeshalom, Nickelsdorf und Bruck an der Leitha eingerichtet. Dieser verkehrte ab 20 Uhr bis circa Mitternacht, bis keine Fahrgäste mehr angetroffen wurden", heißt es. Ob die Kommunikation diesbezüglich in Hegyeshalom richtig funktioniert habe, könne man allerdings leider nicht sagen.