Seit Samstag erschüttert ein schrecklicher Vorfall die oststeirische Gemeinde Buch-St. Magdalena. Beim Spielen auf einem Fußballplatz wurden vier Kinder gegen 17.45 Uhr von einem Dobermann angefallen – "Heute" berichtete. Zum selben Zeitpunkt hielt sich eine 42-jährige Bürokauffrau und Mutter im nahegelegenen Magdalenastüberl auf.
Die Schreie der Kinder haben die Steirerin aus ihrem gemütlichen Abend gerissen. Gegenüber der "Kleinen Zeitung" sagte die Frau, dass sie sich zunächst nicht viel dabei gedacht hätte – es sind eben Kinder, die Fußball spielen. Erst als weitere Schreie folgten, wurde die dreifache Mutter stutzig.
Sie wollte nachschauen, ob "alles in Ordnung ist" – ein Umstand, der wohl Schlimmeres verhinderte. Zunächst bot sich der 42-Jährigen ein eher harmloses Bild: Der Bub (10) saß im Gras vor dem Hund, der ihn beobachtete. Zu diesem Zeitpunkt konnte die Bürokauffrau nicht erkennen, dass das Kind bereits verletzt war.
Als sie sich dann näherte und den Zehnjährigen ansprach, stürzte sich das Tier erneut auf den Buben, der aufstehen wollte. Der Hund habe "ihn in den Oberschenkel gebissen", schilderte die Steirerin. Die 42-Jährige, die nicht als "Retterin" bezeichnet werden will, habe ab diesem Moment "einfach reagiert", wie sie selbst sagte.
Die Mutter habe den Hund an der Nackenfalte gepackt, sich auf ihn gekniet und ihm das Maul zugehalten. Dies habe den Angriff beendet. Ihr Glück sei gewesen, dass sie "keine Angst vor Hunden" habe, betonte die 42-Jährige.
Danach habe sie es geschafft, den Dobermann mit strengen Kommandos und stetigem Augenkontakt auf Distanz zu halten. Gemeinsam mit dem verletzten Buben habe sich die Dreifachmama dann auf den Weg zum Magdalenastüberl gemacht. Dabei habe sie das Tier "auf Schritt und Tritt verfolgt". Durch den Angriff erlitt der Zehnjährige schwere Verletzungen an Oberschenkel, Schulter und Rücken. Er wurde in die Klinik Oberwart gebracht.
Auch einer der Spielgefährten des Buben äußerte sich zu dem Vorfall. Der 13-Jährige habe sich erst gedacht, dass der Zehnjährige den Hund kennen würde. Erst als der Bub geschrien hatte, habe der 13-Jährige gewusst, dass "etwas nicht stimmt". Heute macht sich der Bursch Vorwürfe nicht geholfen zu haben. "Wir hatten einfach sehr große Angst", so der 13-Jährige. Daher hätten sich die Kinder selbst in Sicherheit gebracht.
Wie die "Kleine" berichtet, soll das Tier vor dem Angriff seinen Besitzern entkommen sein und sei bereits in der Vergangenheit auffällig gewesen. Laut dem Bürgermeister Roland Nöhrer würde das Tier nicht mehr lange in der Gemeinde bleiben. Die Besitzer, gegen die seitens der Polizei wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung ermittelt wird, würden sich einsichtig zeigen.
Sie hätten die Sache inzwischen selbst in die Hand genommen, so der Bürgermeister. Demnach soll der Dobermann noch am Donnerstag aus dem Ort gebracht werden. Die 42-jährige Frau, die den Buben gerettet hatte, sei davon jedoch nicht begeistert. Sie hätte erfahren, dass der auffällige Dobermann "in ein ganz normales Tierheim kommen soll". Nun habe die Steirerin Angst, dass das Tier an eine Familie vermittelt werden könnte.