Vor einer Woche machte Martina C. (27, Name von der Redaktion geändert) mit ihrem Mischling und ihrem Neffen (8) einen Spaziergang in Kapelln bei St. Pölten. Am Heimweg kam es zu einer brutalen Attacke – "Heute" berichtete.
"Ich bin mit meinem Neffen und meinem eigenen Hund an einem Garten vorbeigegangen, da hat dieser türkische Hirtenhund, ein Kangal, schon begonnen zu bellen. Dann ging alles ganz schnell. Dieser Hirtenhund ist plötzlich über den Gartenzaun gesprungen und auf meinen Neffen zugerannt. Ich habe meinem Hund und meinem Neffen noch zugeschrien, sie sollen so weit und so schnell sie können weglaufen", so die Frau im "Heute"-Gespräch.
Aus dem Schock heraus blieb der 8-Jährige aber wie angewurzelt stehen. Martina C. versuchte noch, den Hirtenhund am Halsband zu fassen zu bekommen, bevor dieser ihren Neffen erwischen konnte. Da riss der Hund die 27-Jährige auch schon zu Boden und biss sie tief in die rechte Armbeuge und den linken Arm. "Ich habe geblutet und geblutet und geschrien, bis meine Schwägerin und Nachbarn mich gehört haben und zu Hilfe geeilt sind", erinnert sich die Frau.
Mit dem Rettungswagen wurde sie ins Spital nach St. Pölten gebracht, dort stellte man vier Bisswunden fest, die genäht wurden. Am selben Tag wurde sie wieder entlassen, aber noch eine Woche musste sie jeden zweiten Tag ins Spital zur Wundversorgung kommen.
"Wegen der dicken Verbände kann ich meine Arme noch immer nicht beugen. Im Spital wurde mir gesagt, ich werde noch länger im Krankenstand sein. Als Gärtnerin kann ich so auch keine Hecken schneiden. Nicht einmal Zähneputzen kann ich alleine", schildert die Frau im "Heute"-Gespräch. Ihr Partner hatte sich für sie Pflegeurlaub genommen, doch der ist jetzt vorbei.
Nach dem Vorfall erstattete die Kapellnerin Anzeige gegen die Besitzer des Hirtenhundes. Diese hätten sich noch immer nicht bei ihr gemeldet oder nach ihrem Wohlergehen gefragt, kritisiert sie, "obwohl sie ja wissen, wo ich wohne. Nur der Sohn hat mir gesagt, es tue ihm leid, als ich gerade in den Rettungswagen geschoben wurde", kritisiert die Verletzte.
Für Aufregung sorgt: Der Hund ist schon längst negativ in der Siedlung aufgefallen. "Der büxt regelmäßig aus und steht dann bei fremden Menschen im Garten. Was macht man da, wenn plötzlich so ein großer Hund im eigenen Garten steht?", fragt sich Martina C. Die Polizei bestätigt der "Krone", dass der Hund mit einer Schulterhöhe von rund 80 Zentimetern bereits mehrfach auffällig gewesen sei. Gegen die Hundehalter wird ermittelt.
Was nun wirklich mit dem Hirtenhund geschieht, der die Frau attackiert hatte, ist aktuell noch ungewiss. "Heute" fragte bei der BH St. Pölten nach. Diese verwies auf die Zuständigkeit der Gemeinde.
FP-Landtagsabgeordneter Christian Brenner fordert jedenfalls lückenlose Aufklärung und Maßnahmen von den zuständigen Behörden. Auch Martina C. fordert Handeln. "Viele Anrainer sind jetzt verunsichert, wir wohnen schließlich in einer Wohnsiedlung mit vielen Kindern. Mein Neffe traut sich wegen des Hundes nicht mehr alleine in den Garten. Er nimmt jetzt auch einen anderen Schulweg, um dem Hund nicht zu nahe zu kommen", zeigt Martina C. sich weiterhin angespannt.
"Die Familie wird diesem Hund nicht gerecht. Deshalb ist es mein Wunsch, dass der Hirtenhund weggenommen wird – zum Schutz für uns alle in der Umgebung."