Coronavirus

19-Jähriger erfindet Teststraße, erbeutet 5,7 Mio. Euro

Dass es so leicht war, eine solch hohe Summe zu erbeuten, wirkte sich strafmildernd auf das Gerichtsurteil aus.
31.05.2022, 21:35

Ein damals 19-Jähriger aus Freiburg im Breisgau (D) hat für ein nie betriebenes Corona-Testcenter rund 5,7 Millionen Euro kassiert. Das Amtsgericht hat den jungen Mann nun wegen des Millionenbetrugs schuldig gesprochen. Nach einer Bewährungszeit von einem Jahr wird das Gericht entscheiden, ob der nun 20-Jährige mit einer Jugendstrafe davonkommt.

Außerdem wurde der Mann zu einer Zahlung von 1.500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung verdonnert – aus erzieherischen Gründen, wie es heißt. Auch die Kosten des Verfahrens gehen zulasten des Mannes. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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"Eine Schnapsidee beim Feiern"

Der junge Mann gab an, dass die Registrierung des Corona-Testcenters "eine Schnapsidee beim Feiern" gewesen sei, wie der Südwestrundfunk SWR berichtet. Er habe damit zeigen wollen, wie einfach es sei, die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hereinzulegen, so der 20-Jährige weiter.

Im August des vergangenen Jahres habe er sich dort mit wenigen Klicks registrieren können. Als Adresse für sein angebliches Testcenter habe er einfach eine Straße in der Freiburger Partymeile angegeben und schließlich für die Monate März bis Juni stolze 491.000 Corona-Tests berechnet. Das Gericht berücksichtigte den Umstand, dass der Mann so leicht eine große Summe ergaunern konnte, als strafmildernd.

So habe die Kassenärztliche Vereinigung der Staatsanwaltschaft zufolge den Angaben des Mannes vertraut und die Millionensumme 2021 für den Zeitraum März bis Juni überwiesen. Dies, obwohl diese Summe laut einem KV-Sprecher auch für ein echtes Corona-Testcenter recht hoch gewesen sei. Eine Bank habe dann den Verdacht der Geldwäsche geäußert, woraufhin das Geld wieder zurückgebucht worden sei.