In Spanien ist der ehemalige Verkehrsminister Jose Luis Abalos zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof in Madrid sprach ihn der Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation, Korruption, Veruntreuung öffentlicher Gelder und unzulässiger Einflussnahme schuldig.
Neben Abalos erhielt auch sein früherer Berater Koldo Garcia wegen derselben Delikte eine Haftstrafe von 19 Jahren. Im Mittelpunkt des Verfahrens stand der Kauf von Schutzmasken während der Corona-Pandemie. Abalos soll Schmiergeld für die Vergabe öffentlicher Aufträge kassiert haben.
Gegen mehrere Politiker und Familienmitglieder aus dem Umfeld von Ministerpräsident Pedro Sanchez sowie seiner Sozialistischen Partei PSOE laufen Ermittlungen wegen mutmaßlicher Korruption. Auch Sanchez’ Ehefrau Begona Gomez steht im Fokus der Justiz.
Gomez wird Unterschlagung, gesetzwidrige Einflussnahme, Korruption und Veruntreuung vorgeworfen. An der Madrider Universität Complutense soll eigens für sie ein Lehrstuhl eingerichtet worden sein, der ihrer "privaten beruflichen Weiterentwicklung" gedient habe.
Pedro Sanchez und seine Frau weisen die Anschuldigungen zurück. Die Sozialisten sehen in den Verfahren eine politische Kampagne rechter Kreise gegen die Regierung. Die konservative und rechtsextreme Opposition fordert weiterhin Sanchez’ Rücktritt und Neuwahlen.