Am Sonntag, 31. Jänner, läuft die Corona-Erschwerniszulage für Beschäftigte im Gesundheits- und Pflegebereich aus. Daran übt die Gewerkschaft in Oberösterreich jetzt harsche Kritik. Sie erinnert: Man stecke immerhin noch mitten in der Krise.
"Für die Beschäftigten hat sich aber nach wie vor nichts geändert – sie müssen in den Spitälern sowie den Alten- und Pflegeheimen immer noch unter schwierigsten Bedingungen arbeiten", sagt der Landesvorsitzende der Gewerkschaft younion, Christian Jedinger.
Er fordert eine weitere Auszahlung der Erschwerniszulage, bis die Corona-Krise auch tatsächlich bewältigt ist.
Dass Anfang Februar die Ergebnisse der Pflegeverhandlungen vom Sommer in Kraft treten, lässt er nicht gelten. Im Sommer wurde ja beschlossen, dass Pflegekräfte im Gesundheits- und Pflegebereich bis zu 194 Euro pro Monat mehr verdienen sollen. 33,7 Mio. Euro jährlich kostet das Paket für "bessere Entlohnung und ein attraktiveres Berufsumfeld", so LH Stelzer damals – mehr dazu hier.
"Die Verhandlungen hatten zum Ziel, einen rechtskonformen Zustand herzustellen und erste Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen zu erreichen – völlig unabhängig von Corona", sagt Jedinger dazu. Er weist darauf hin, dass die Forderungen zu den Pflegeverhandlungen schon im November 2018 gestellt wurden, lange vor der Pandemie.
Und: Neben der Verlängerung der Erschwerniszulage fordern die Gewerkschaften eine Ausweitung. "Von den 250 Euro, die der Landeshauptmann in Aussicht gestellt hat, ist bei den meisten nur ein Bruchteil angekommen", kritisiert der Landesvorsitzende der Gewerkschaft vida, Helmut Woisetschläger.
Er fordert, dass die 250 Euro an alle Beschäftigten ausbezahlt werden sollen, deren "Arbeitsalltag durch Corona schwieriger geworden ist".
"Der volle Betrag für eine größere Gruppe – das wäre eine faire und unbürokratische Maßnahme im Sinne der Beschäftigten", stellt Woisetschläger klar.