Beinahe-Katastrophe in München

250 km/h – So geriet die Boeing in Turbulenzen

Flug VN34 raste in München über die Startbahn. Eine Analyse von Flugdaten liefert nun Hinweise, wann die Probleme begonnen haben könnten.
Newsdesk Heute
18.08.2026, 10:37
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Der gefährliche Zwischenfall mit einer Boeing 787-9 von Vietnam Airlines in München wird jetzt genau untersucht. Flug VN34 sollte am 15. August von München nach Hanoi starten. Doch der Start auf der Piste 26L verlief völlig anders als geplant. Für das Portal "Austrian Wings" analysiert Flugfahrtexperte Patrick Huber das Geschehene.

Der Dreamliner beschleunigte ungewöhnlich langsam und benötigte praktisch die gesamte rund 4.000 Meter lange Startbahn. Die Maschine schoss über das Pistenende hinaus und kollidierte mit Teilen der Pistenbefeuerung. Beim Abheben kam es zudem zu einem sogenannten Tailstrike, bei dem das Heck des Flugzeugs den Boden berührte.

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Die Piloten ließen in der Luft Treibstoff ab und führten zwei kontrollierte Überflüge des Flughafens durch. Rund 90 Minuten nach dem Start landete die Boeing wieder in München. Passagiere und Besatzung blieben unverletzt.

Daten zeigen auffälligen Unterschied

Die deutsche Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung untersucht nun den Zwischenfall. Neben Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder stehen den Ermittlern auch Foto- und Videoaufnahmen zur Verfügung.

Für Aufmerksamkeit sorgt nun zusätzlich die Auswertung öffentlich verfügbarer ADS-B-Flugdaten durch einen Piloten. Er verglich den Start von VN34 am 15. August mit zwei vorherigen Vietnam-Airlines-Flügen auf derselben Strecke.

Dabei zeigt sich ein auffälliger Unterschied: Am 8. und 13. August benötigten die Maschinen laut der Analyse etwa 34 bis 35 Sekunden und rund 2.300 bis 2.500 Meter Startstrecke zum Abheben. Am 15. August waren es dagegen fast 60 Sekunden und praktisch die gesamten 4.000 Meter der Piste.

Auffälligkeit ab rund 135 Knoten

Besonders interessant: Bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 130 Knoten soll die Beschleunigung der drei untersuchten Flüge nahezu identisch gewesen sein. Erst bei ungefähr 135 Knoten (rund 250 km/h) soll sich das Bild am 15. August deutlich verändert haben.

Ab diesem Zeitpunkt beschleunigte VN34 laut der Auswertung wesentlich langsamer als die Vergleichsflüge.

Auch bei der Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Abhebens gab es Unterschiede. Am 8. und 13. August sollen die Maschinen bei ungefähr 185 Knoten abgehoben haben. Beim Zwischenfall am 15. August waren es laut Analyse nur rund 172 Knoten.

Waren die Bremsen das Problem?

Was die schlechte Beschleunigung ausgelöst hat, ist derzeit nicht geklärt. Eine denkbare Ursache wären schleifende oder teilweise blockierte Bremsen. Auch ein technischer Defekt oder eine unbeabsichtigte Betätigung der Bremsen während des Startlaufs kommen grundsätzlich als mögliche Erklärungen infrage.

Die Analyse der ADS-B-Daten allein kann allerdings nicht beweisen, was tatsächlich passiert ist. Auch Berichte über Bremsspuren beziehungsweise Schäden an Rädern und Fahrwerk müssen von den Ermittlern im Gesamtzusammenhang bewertet werden.

Entscheidend werden deshalb die Daten aus den Flugschreibern und weitere technische Untersuchungen sein.

{title && {title} } red, {title && {title} } 18.08.2026, 10:37