3 Kinder getötet – nun gesteht Mutter grausame Details

Die 31-jährige Nepalesin soll drei Kinder in Wien mit diesem Polster erstickt haben.
Die 31-jährige Nepalesin soll drei Kinder in Wien mit diesem Polster erstickt haben."Heute"
Die Aussagen im Fall der drei in Wien getöteten Kinder erschüttern. Im Kripo-Verhör packte die Mama über den Todeskampf ihrer ältesten Tochter aus.

Der gewaltsame Tod dreier kleiner Kinder sorgte – wie ausführlich berichtet – in der Wiener Donaustadt für Fassungslosigkeit. Schon länger soll es Spannungen in der Familie mit nepalesischen Wurzeln gegeben haben; nur wenige Wochen vor der Tat war der Vater nach einem heftigen Streit aus der gemeinsamen Wohnung verwiesen worden. Auf Wunsch seiner Gattin wurde das Betretungsverbot nach 14 Tagen aber nicht verlängert, und so zog er am 15. Oktober wieder zuhause ein.

Verdächtige fürchtete Gift-Anschlag

Nicht einmal 24 Stunden nach der Versöhnung kam es allerdings neuerlich zu einem heftigen Disput zwischen dem Koch (43) und der Hausfrau (31), deren Ehe arrangiert worden war. "Meine Frau war plötzlich der Meinung, dass ich eine Beziehung mit ihrer Schwester beginnen möchte. Diese lebt allerdings in Indien, ist selbst verheiratet und hat zwei Kinder", so der Mann. Einige Zeit später war sie offenbar der Überzeugung, dass der Gemahl sie mit ihrer Tante aus Nepal betrüge, was er allerdings als absurd von sich weist und einen Einblick in das Eheleben gibt: "Zuletzt glaubte sie auch, dass ich ihr Gift ins Essen mische." Die Nepalesin hingegen sagt: "Seine Eifersucht erdrückte mich, ich wollte mich scheiden lassen. Gestritten haben wir uns hauptsächlich wegen Geld."

Nach Streit zog Vater wieder aus

Am Abend vor der Tat eskalierte die Lage neuerlich, erzählte die Verdächtige – für sie gilt die Unschuldsvermutung – bei der Polizei: "Mein Mann hat mir erklärt, dass er mir die Kinder wegnehmen und mich zurück nach Nepal schicken wird. Ich war verzweifelt. Ich beschimpfte ihn, woraufhin er die Wohnung verließ."

Die Verdächtige: "Ich hatte Angst und wollte nicht ohne die Kinder sein."

Nach dem Wortgefecht bereitete sie ihren drei Kindern noch ein Abendessen zu und legte sich gegen 21.00 Uhr schlafen. Als ihr Baby in der Nacht Hunger bekam, wachte die Frau – sie hat in Nepal Physik, Chemie und Mathematik studiert, ohne aber je einen Abschluss zu machen – wieder auf. Sie wärmte ein Fläschchen Milch und fütterte den weinenden Buben. Der Säugling, der im Februar mit einem Herzfehler zur Welt gekommen war, schlief danach sofort wieder ein. "Aber ich", so die Frau, "fing an zu grübeln. Ich hatte Angst und wollte nicht ohne die Kinder sein."

Die Mutter bei der Kripo: "Das ist der Polster, mit dem ich meine Kinder getötet habe"
Die Mutter bei der Kripo: "Das ist der Polster, mit dem ich meine Kinder getötet habe""Heute"

"Sie wurden irgendwann still"

Unter Tränen schilderte sie im Verhör dann einen erschütternden Verzweiflungsakt: "Ich holte ein gelbes Kissen aus dem Gitterbett, ging zu den Kindern und drückte es auf das Gesicht des Kleinen. Irgendwann hörte ich auf und machte dasselbe bei meinem anderen Kind im Ehebett. Sie sind nicht aufgewacht, sie wurden nur irgendwann still."

"Sie wehrte sich. Ich drückte daraufhin fester zu – bis auch sie ganz ruhig wurde."

Unbeschreiblich dramatisch müssen hingegen die letzten Minuten im Leben der neunjährigen Tochter gewesen sein. "Sie wachte auf und wehrte sich mit aller Kraft", erinnert sich die Dreifach-Mama an den Todeskampf des Mädchens. "Sie schlug mit ihren Händen um sich und kratzte mich im Gesicht. Ich drückte daraufhin fester zu – so lange, bis auch sie ganz ruhig wurde."

Tieftraurig ging sie laut ihren eigenen Aussagen danach in die Küche und wollte Suizid begehen – was misslang. Mit dem Handy der ältesten Tochter ("meines hatte ich im Streit an die Wand geschleudert") alarmierte sie Stunden später die Polizei und ließ sich widerstandslos festnehmen.

Suizidgedanken? Hol dir Hilfe, es gibt sie.
Wenn du unter Selbstmord-Gedanken oder Depressionen leidest, dann kontaktieren die Telefonseelsorge unter der Nummer 142 (täglich 0-24 Uhr).

Verteidiger Höllwarth: "Sie wirkt desorientiert"

Der Wiener Strafrechtsexperte Florian Höllwarth hat die Causa vor knapp einer Woche übernommen. Gegenüber "Heute" sagt er: "Ich kann zu den Details noch nicht Bezug nehmen, da mir der Ermittlungsakt der Polizei noch nicht vorliegt. Nach der heutigen Haftvisite kann ich nur sagen, dass meine Klientin völlig desorientiert und gebrochen wirkt. Aufschluss über die Hintergründe der Tat wird erst das psychiatrische Gutachten geben."

Rechtsanwalt Florian Höllwarth verteidigt.
Rechtsanwalt Florian Höllwarth verteidigt.
zVg

Star-Gutachter Hofmann beauftragt

Die Verdächtige ist in der Justizanstalt derzeit in Corona-Isolation, wird aber aufgrund der Selbstmordgefahr rund um die Uhr überwacht. Sie ist am Boden zerstört, fragt unaufhörlich: "Wo sind meine Kinder? Wo bin ich?" Und: "Wie lange muss ich noch hier bleiben?" Wie "Heute" erfuhr, hat die Staatsanwaltschaft Wien ein psychiatrisches Sachverständigengutachten in Auftrag gegeben. Peter Hofmann wird das Experten-Dossier verfassen. Danach müssen Geschworene entscheiden, ob die 31-Jährige bei der Tat zurechnungsfähig war. In diesem Fall droht ihr lebenslange Haft; bei einer Geisteskrankheit höheren Grades hingegen die Einweisung in eine Anstalt.

Tiefe Betroffenheit in Kagran

Die Nachbarn unweit des Kagraner Platzes kannten die Familie seit rund drei Jahren: "Wir sind fassungslos. Was treibt eine Frau zu so einer fürchterlichen Tat?", sagten die Anwohner bei einem "Heute"-Lokalaugenschein unisono. Ein Familienvater entzündete drei kleine Teelichter "für die armen Seelen". Nachbarin Johanna R. bekam vor wenigen Wochen einen Polizeieinsatz in der 80 Quadratmeter großen Wohnung der Familie mit. Die Story kannst du HIER nachlesen >>

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