Freilich, eine Hürde muss die Ukraine noch nehmen. Nach dem Sieg gegen die Schotten wartete noch das Play-off-Endspiel gegen Wales am kommenden Sonntag. Doch schon das gelungene Comeback auf der internationalen Fußball-Bühne ist für die Ukrainer ein großer Erfolg.
Denn das von Russland attackierte Land musste das Spiel verschieben, weil der Verband "unter den gegebenen Umständen weder die Reise noch das Training eines Teams organisieren" könne. Der Verlegung wurde damals "im Sinne der Solidarität einstimmig stattgegeben".
Die emotionale Bedeutung zeigte sich auch vor dem Anpfiff, als Star-Spieler Oleksandr Sintschenko von Manchester City bei einer Pressekonferenz in Tränen ausbrach. Er berichtete von einem Gespräch mit ukrainischen Kindern: "Sie verstanden nichts, aber sie haben etwas gesagt: 'Ich träume davon, dass der Krieg endet.'"
Zumindest auf dem Platz stand dann aber der Sport im Vordergrund. Und da hatte die Ukraine nach einem nervösen Beginn alles fest im Griff. In der 33. Minute war es Yarmolenko, der mit einem gefühlvollen Heber über Schottland-Goalie Gordon auf 1:0 für die Gäste stellte. Kurz nach dem Seitenwechsel erhöhte Yaremchuk per Kopf auf 2:0. Die Schotten konnten durch McGregor (79.) nur noch auf 1:2 verkürzen, ehe Dovbyk (90.+4) zum 3:1-Enstand traf.
Wie erwähnt steigt nun am Sonntag gegen Wales das Endspiel um ein Ticket für die WM in Katar im Winter. Wales unterlag im Nations-League-Auftaktspiel gegen Polen nach 1:0-Vorsprung mit 1:2.Williams (52.) hatte die Waliser 1:0 in Führung gebracht, ehe Kaminski (72.) und Swiderski (85.) das Match noch drehten. Superstar Robert Lewandowski blieb torlos.