Mercedes-Pilot George Russell hat das Formel-1-Rennen von Montreal gewonnen. Perfekt war der Sieg aber erst fünf Stunden und 33 Minuten nach der Zieldurchfahrt.
Grund: Red Bull hatte zwei Proteste gegen Russell eingelegt. Einmal gegen eine unberechenbare Fahrweise, als Russell hinter dem Safety-Car plötzlich abbremste und Verstappen an ihm vorbeifuhr. Und einmal wegen des Abstandes hinter dem Safety-Car, der laut Teamchef Christian Horner "deutlich über dem erlaubten Maß" lag. "Ich denke, mindestens das Dreifache des erlaubten Abstands."
"Es ist unser gutes Recht, dagegen Protest einzulegen", stellte Horner direkt nach dem Rennen bei Sky klar und sah einen "klaren Präzendenzfall": Singapur 2022. Damals hatte Red-Bull-Pilot Sergio Perez eine Fünf-Sekunden-Strafe kassiert, weil er hinter dem Safety-Car einen zu großen Abstand gelassen hatte.
Interessant: Gleich nach dem Rennen hatte Red Bulls Motorsport-Chef Helmut Marko bei "Sky" ausgeschlossen, dass sein Team Protest einlegen würde.
Das Reglement sagt ganz klar: Der Spitzenreiter darf nicht mehr als zehn Wagenlängen (rund 57 Meter) hinter dem Sicherheitsfahrzeug liegen.
Schwere Vorwürfe, die aber von der FIA in einem knapp vierseitigen A4-Dokument widerlegt wurden. Da war es in Europa 3.07 Uhr früh.
Allein Russell und Verstappen wurden bei den Renn-Stewards 45 Minuten befragt. Mehr noch: Die Stewards mussten insgesamt zwölf mögliche Regelverstöße untersuchen.
Ein zu langer Krimi durch den Paragraphen-Dschungel der Formel 1.