Rund 74 Prozent der Samsung-Gewerkschaftsmitglieder haben für eine Einigung mit dem Konzern gestimmt, die hohe Bonuszahlungen vorsieht. Mit dem Deal wurde ein fast dreiwöchiger Streik in letzter Minute abgewendet.
Die Einigung beinhaltet neben einer durchschnittlichen Lohnerhöhung von 6,2 Prozent auch die Ausschüttung von 10,5 Prozent des Unternehmensgewinns an die Belegschaft.
Wie "heise.de" berichtet, sind die Boni jedoch extrem ungleich verteilt: Mitarbeiter der Halbleiterproduktion können bis zu 600 Millionen Won (rund 340.000 Euro) erhalten. Angestellte anderer Abteilungen bekommen dagegen nur 6 Millionen Won – umgerechnet gerade einmal 3.400 Euro.
Dieser enorme Unterschied sorgt intern für heftige Unzufriedenheit. Während bei der größten Gewerkschaft, die vor allem Mitarbeiter der Halbleitersparte vertritt, über 80 Prozent für die Einigung stimmten, waren es bei der kleineren Gewerkschaft nur rund 21 Prozent.
Eine dritte Gewerkschaft hat sogar gegen die Einigung geklagt, weil sie unterschiedlich hohe Boni je nach Abteilung für ungerecht hält und die Vereinbarung gerichtlich verhindern will.
Hintergrund des Konflikts sind die Rekordgewinne, die Samsung seit Monaten durch den Boom bei künstlicher Intelligenz einfährt. Der Betriebsgewinn im ersten Quartal betrug 57,2 Billionen Won (rund 33 Milliarden Euro) - etwa das Achtfache des Vorjahreszeitraums.
Mehr als die Hälfte der Mitarbeiter von Samsung Electronics arbeitet in der besonders profitablen Halbleitersparte. Rund 48.000 gewerkschaftlich organisierte Mitarbeiter hatten mit einem 18-tägigen Generalstreik gedroht, um höhere Boni zu erzwingen.