Wien

350 Flüchtlinge ziehen in dieses Luxus-Hotel in Wien

Während der Pandemie wurde das Hotel de France am Schottenring zum Quarantänehotel für erkrankte Touristen. Nun ziehen geflüchtete Ukrainer ein.

Yvonne Mresch
Als stellvertretende Einrichtungsleiterin kümmert sich Miriam Mayr um die Betreuung der Geflüchteten. 350 Menschen können im Hotel de France unterkommen.
Als stellvertretende Einrichtungsleiterin kümmert sich Miriam Mayr um die Betreuung der Geflüchteten. 350 Menschen können im Hotel de France unterkommen.
Denise Auer

Einst Luxushotel, dann Unterkunft für an Corona erkrankte Touristen, nun Herberge für Schutzsuchende: Die Geschichte des ehemaligen Fünf-Sterne-Hotels am Wiener Ring ist lang. Seit zwei Wochen hat das Hotel de France eine neue Funktion: Familien, Mütter und Kinder aus der Ukraine finden hier eine vorübergehende Unterkunft.

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    So sehen die Zimmer aus, in die nun laufend Schutzsuchende einziehen.
    So sehen die Zimmer aus, in die nun laufend Schutzsuchende einziehen.
    Denise Auer

    Psychologen und Sozialarbeiter helfen vor Ort

    83 Geflüchtete sind bereits eingezogen, Platz gibt es für 350 Personen. Die Zimmer sind geräumig, mit serperatem Bad und können, wie etwa mit einem zusätzlichen Kinderbett, individuell an die Bedürfnisse angepasst beziehungsweise danach vergeben werden, erklärt die stellvertretende Einrichtungsleiterin Miriam Mayr bei einem "Heute"-Besuch. Drei Mal täglich gibt es im Erdgeschoss eine Speiseausgabe. Bei Bedarf unterstützt ein multiprofessionelles Team aus Psychologen, Betreuern, Sozialarbeitern und Pflegern vor Ort. Freiwillige bieten zudem Deutschkurse an. 

    Betreuung vorerst auf ein Jahr begrenzt

    Hinter dem Projekt steht Michael Havel, Gründer von "Lifebrain", der die Schirmherrschaft des Vereins "Wir helfen rasch" übernommen hat und private Spender dafür gewinnen konnte. Er stellt die Grundfinanzierung der Infrastruktur aus privaten Spenden sicher. Eigentümer der Immobilie ist die Atlan Privatstiftung, die das Haus für ein Jahr gratis zur Verfügung stellt. Die Einrichtung wird vom Fonds Soziales Wien im Rahmen der Wiener Grundversorgung gefördert, um die Betreuung und Versorgung der Flüchtlinge kümmert sich der Arbeiter-Samariter-Bund.

    Hacker: "Gemeinsames Arbeiten an Lösungen im Vordergrund"

    "In der Not für die Menschen da zu sein. Dass wir das können, haben wir bereits in Covid-Zeiten gezeigt. Jetzt heißt es, erneut zu handeln und Initiativen für Menschen zu setzen, die dringend Hilfe brauchen", erklärt Michael Havel die Beweggründe für das Projekt. Oliver Löhlein, Geschäftsführer des Samariterbund Wiens, sieht durch die Nutzungsmöglichkeit die Chance, Schutzsuchende dabei zu unterstützen sich in der Stadt Wien willkommen zu fühlen.

    Stadtrat Peter Hacker bedankte sich bei den Beteiligten für das Engagement: "Rund 26.000 Ukrainer haben seit Kriegsbeginn in Wien einen sicheren Zufluchtsort gefunden. Ohne das große Engagement der Zivilgesellschaft und das gute Zusammenspiel von Stadt, NGOs und Blaulichtorganisationen wäre die Unterbringung und Versorgung dieser Menschen nicht möglich gewesen. Wien zeigt eindrucksvoll, was geht, wenn alle an einem Strang ziehen. Diese neue Einrichtung ist weiteres Beispiel dafür, was wir erreichen können, wenn das gemeinsame Arbeiten an Lösungen im Vordergrund steht."

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