Wienerin verärgert: "Abzocke"

4 Vergehen in einer Minute – 1.200 € Strafe am Gürtel

Ein 18-jähriger Lehrling soll am Hernalser Gürtel mit dem Audi A4 seiner Mutter zwei Mal zu schnell die Spur gewechselt haben. Die Strafe: 1.200 Euro.
Maxim Zdziarski
21.01.2026, 05:10
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Nach dem Bericht über die 600-Euro-Strafe wegen laufendem Motor meldet sich nun eine weitere Betroffene bei "Heute". Eine Mutter erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Schnellrichter der Polizei, der am Gürtel unverhältnismäßig hohe Strafen verteilen soll.

Ihr Sohn Alexander, Lehrling im 3. Jahr, war am Freitag, den 19. Dezember, gegen 23 Uhr mit ihrem Auto auf dem Wiener Gürtel unterwegs. Zu dem Zeitpunkt herrschte wie so oft stockender Verkehr. Dennoch wurde der junge Lenker von einer Zivilstreife angehalten.

Vorwürfe: Abstand und Spurwechsel

Dem Lehrling wurde vorgeworfen, innerhalb einer Minute zweimal zu geringen Abstand gehalten sowie beim Spurwechsel andere Verkehrsteilnehmer gefährdet zu haben – ebenfalls zweimal. Alkohol oder überhöhte Geschwindigkeit lagen laut seiner Mutter nicht vor, geblinkt habe ihr Sohn eigenen Angaben zufolge ebenfalls ordnungsgemäß.

Trotzdem folgte harter Bescheid: 1.200 Euro Geldstrafe

Eine anwesende Schnellrichterin stellte noch direkt vor Ort eine saftige Strafverfügung aus: Für die vorgeworfenen Vergehen sollte Alexander 1.200 Euro bezahlen. Für ihn und seine Familie unverständlich. "Wir empfinden die Strafhöhe als völlig unverhältnismäßig", so seine Mutter im "Heute"-Talk. Gegen den Bescheid wurde bereits Einspruch eingelegt.

Vergleich sorgt für Kopfschütteln

Besonders bitter erscheint der Familie ein Vergleich: Ein 50-jähriger Freund wurde nach Weihnachten ebenfalls von Zivilpolizisten am Gürtel angehalten – wegen angeblich zu knappen Fahrens, häufigem Spurwechsel und erhöhter Geschwindigkeit. Er habe lediglich 50 Euro Strafe zahlen müssen.

"Man gewinnt den Eindruck, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird", so die Wienerin. Gleichzeitig betont sie, wie viel Respekt sie vor dem Beruf der Polizisten hat: "Ich beneide die Exekutive nicht um ihren Job. Und mir ist bewusst, dass es auch am Gürtel eine andere Seite gibt."

Allerdings habe die Wienerin das Gefühl, dass die Situation manchmal auf Kosten Unschuldiger ausgenutzt wird. Ob der Einspruch gegen die enorme Strafhöhe letztendlich erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten.

{title && {title} } zdz, {title && {title} } Akt. 21.01.2026, 10:27, 21.01.2026, 05:10
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