Der Sommer 2026 bringt Europa an seine Grenzen: 40 Grad in Großstädten, tropische Nächte ohne Abkühlung, historisches Niedrigwasser und Zehntausende Hitzetote. Was früher als düstere Prophezeiung galt, ist nun bittere Realität.
Doch wo ist der Aufschrei? Wo sind die Millionen, die noch vor wenigen Jahren für mehr Klimaschutz auf die Straße gingen? Die Klimabewegung, die einst die Politik vor sich hertrieb, schweigt.
Wie der Spiegel berichtet, erzeugt die Apokalypse offenbar keine Wut, sondern Apathie. Die Mahner, die jahrzehntelang als Panikmacher abgetan wurden, behalten zwar Recht - bekommen aber nicht Recht.
Die "Letzte Generation" gibt es nicht mehr. Und jene Aktivisten, die noch übrig sind, fordern in ihrer Not nun selbst eine schnellere Anpassung an die Folgen - statt deren Vermeidung.
Es ist ein Grunddilemma: Die Folgen der Erderwärmung wurden jahrelang kleingeredet. Jetzt sind sie spürbar - doch der eigentliche Appell, Öl, Kohle und Gas zu stoppen, verhallt weiter ungehört.
Dieses Schicksal teilt die Klimabewegung mit anderen sozialen Bewegungen. Die globalisierungskritische Bewegung etwa verlor in der Finanzkrise 2008 komplett an Bedeutung - obwohl ihre Vordenker genau davor gewarnt hatten.
Was bleibt, ist die Suche nach kurzfristiger Linderung statt langfristiger Lösungen. Eine bittere Erkenntnis für alle, die jahrelang vor genau dieser Situation gewarnt haben.