Sein Praktikum fiel aus

40 Jahre Tschernobyl – dieser GAU veränderte alles

Jörg Müller wollte 1987 im modernsten Reaktor der Sowjetunion arbeiten. Dann kam die Katastrophe – und er wurde Öko-Energieunternehmer.
Newsdesk Heute
26.04.2026, 15:50
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Vor genau 40 Jahren, am 26. April 1986, explodierte im ukrainischen Tschernobyl der Reaktorblock 4. Die Nuklearkatastrophe veränderte nicht nur die Welt, sondern auch das Leben von Jörg Müller. Der heutige Aufsichtsratsvorsitzende des Energieunternehmens Enertrag SE studierte damals in Moskau Kerntechnik.

Müller wollte 1987 sein Praktikum ausgerechnet in Tschernobyl absolvieren. Das Kraftwerk galt als der modernste Reaktor der Sowjetunion. "Viele wollten dort zum Praktikum hin, um ihn in Funktion zu sehen", erinnert er sich.

Wie ntv.de berichtet, bekamen die Studenten den GAU nicht sofort mit. "An dem Samstag, als das Unglück geschah, haben wir nichts mitbekommen.

Aber kurz danach war das in unseren Vorlesungen das Hauptthema", so Müller. Ihm war schnell klar: Es war menschliches Versagen. Die Techniker hatten im Zuge eines Sicherheitstests alle Sicherheitssysteme außer Kraft gesetzt.

Soldaten im Minutentakt verheizt

Besonders erschütternd: die Aufräumarbeiten nach der Katastrophe. "Die Soldaten wurden dort im Minutentakt beim Wegräumen der Trümmer verheizt. Kein Mensch durfte länger als eine Minute damit in Kontakt kommen", schildert der Experte.

Müller sieht heute einen anderen Grund für das Ende der Atomkraft als viele vermuten: "Das Risiko war gar nicht der große Grund, warum wir die Kernspaltung aufgegeben haben. Der Hauptgrund war, dass wir die Kernfusion nicht in den Griff bekommen haben, denn Uran ist durchaus endlich." Schon 1990 sei aus wissenschaftlicher Sicht klar gewesen: Der Weg führt nur über Solar- und Windenergie.

Österreich hat diese Lektion früh gelernt. Rund drei Viertel der Bevölkerung lehnen Atomkraft bis heute strikt ab.

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