Energiewende

Studie: Geothermie kann Stromkosten halbieren

Laut einer neuen Stanford-Studie könnte verbesserte Geothermie zusammen mit Wind- und Solarkraft die Stromkosten um mehr als 60 Prozent senken.
Technik Heute
26.02.2026, 13:44
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Die Energiewende braucht neben Wind und Sonne auch stabile Grundlastquellen. Genau hier kommen sogenannte Enhanced Geothermal Systems (EGS) ins Spiel - eine verbesserte Form der Geothermie, die Erdwärme aus drei bis acht Kilometern Tiefe nutzt.

Anders als herkömmliche Geothermiekraftwerke, die vor allem in vulkanisch aktiven Regionen funktionieren, kann EGS praktisch überall eingesetzt werden. Dabei wird durch Bohrungen Wasser in die Tiefe gepumpt, dort durch die natürliche Erdwärme erhitzt und anschließend zur Stromerzeugung wieder an die Oberfläche befördert.

Wie forschung-und-wissen.de berichtet, haben Forscher der Stanford University untersucht, welchen Einfluss diese Technologie auf die Energiewende haben kann. Das Ergebnis: Schon bei einem Anteil von nur zehn Prozent an der Stromproduktion sinkt der Bedarf an Windkraftanlagen um 15 Prozent, an Solaranlagen um zwölf Prozent und an Batteriespeichern sogar um 28 Prozent.

Kosten sinken massiv

Die Studie zeigt eindrucksvoll: Ersetzt man Kohle- und Gaskraftwerke durch erneuerbare Energien, sinken die reinen Stromkosten um rund 60 Prozent. Rechnet man die Folgekosten für Gesundheit und Klima mit ein - etwa durch Lungenkrankheiten oder den beschleunigten Klimawandel -, reduzieren sich die gesellschaftlichen Gesamtkosten sogar um über 90 Prozent.

EGS könnte damit die bisherige Rolle von Kohle- und Kernkraftwerken übernehmen und als neue Grundlasttechnologie die Stromversorgung stabilisieren. Das Potenzial ist enorm: Experten sehen in der Technologie sogar eine Energiequelle, die langfristig größer werden könnte als Kernkraft.

Weniger Flächenverbrauch

Ein weiterer Vorteil: Der Flächenverbrauch sinkt durch den Einsatz von EGS ebenfalls deutlich. In den untersuchten Ländern ging er von 0,57 auf 0,48 Prozent der Gesamtfläche zurück. Gerade für dicht besiedelte Staaten ist das ein entscheidender Faktor.

Für Österreich, das seinen Anteil an erneuerbaren Energien stetig ausbaut, könnte die Technologie in Zukunft eine wichtige Ergänzung darstellen - als stabile, wetterunabhängige Stromquelle, die rund um die Uhr verfügbar ist.

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